Literatur

Angela Steidele - Rosenstengel. Ein Manuskript aus dem Umfeld Ludwigs II.


Ludwig II., Kaiserin Elisabeth und ein »Weib in Mannskleidern«. München 1884. Der junge Irrenarzt Franz Carl Müller gewinnt durch einen Zufall das Vertrauen des bayerischen Märchenkönigs Ludwig II. Unter dessen großer Anteilnahme erforscht Müller das Leben eines gewissen Anastasius Rosenstengel, der um 1700 als Prophet umherzog, als Musketier kämpfte und schließlich heiratete, die Ehe aber mit einer »ledernen Wurst« vollzog - denn Rosenstengel hieß tatsächlich Catharina Linck, die für ihr erfundenes Leben zum Tod verurteilt wurde. Während Ludwigs Entmachtung droht, die Müller unwissend befördert, erforschen die beiden miteinander das Verhältnis von Geschichte und Gegenwart, Täuschung und Wahrheit, Wissenschaft und Wahn, Mann und Weib, König und Untertan - und das alles unter den Augen Kaiserin Elisabeths von Österreich.
Virtuos verwebt Angela Steidele beider Leben zu einem literarischen Meisterstück über die Erfindung jeder Geschichte: Leben ist auch nur Kunst.


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