Vortrag

Andreas Fingernagel - Das Evangeliar des Johannes von Troppau


Für jeweils einen Monat sind im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek im Rahmen der Jubiläumsausstellung » Schatzkammer des Wissens. 650 Jahre Österreichische Nationalbibliothek Kostbarkeiten zu sehen, die aus konservatorischen Gründen nur höchst selten präsentiert werden. Zu jedem einzelnen der wertvollen Objekte gibt es einen Expertenvortrag mit anschließender Besichtigung des Originals im Prunksaal.

Objekt des Monats Jänner: Evangeliar des Johannes von Troppau
Das gänzlich in Gold geschriebene Evangeliar ist das erste Werk, das die Sammeltätigkeit der Habsburger belegt, und gilt deshalb als Gründungscodex der Österreichischen Nationalbibliothek.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich.

Die prachtvolle Handschrift aus dem Besitz des Habsburgerherzogs Albrecht III. ist Ausgangspunkt einer Reise durch 650 Jahre Kultur- und Bibliotheksgeschichte, wie sie kaum eine andere Bibliothek zu erzählen weiß. Sie führt von den Ursprüngen der kaiserlichen Sammlungen und der Hofbibliothek zur Etablierung als Nationalbibliothek der Ersten Republik, durch die dunklen Zeiten des Zweiten Weltkriegs und die Frage der Restitution von geraubtem Sammlungsgut und ist so zugleich auch ein Rundgang durch die politische Geschichte Österreichs. Und nicht zuletzt wird sie u. a. durch die Ende des 19. Jahrhunderts in die Bibliothek aufgenommene Papyrussammlung Erzherzog Rainers zu einem Streifzug durch die Mediengeschichte, der vor über 3.000 Jahren im Ägypten der Pharaonen beginnt und mit einem Blick in die digitale Zukunft des Wissens endet.

Ein Jahr lang werden im Prunksaal die Schätze der Bibliothek, Prachthandschriften und wertvolle Frühdrucke, kostbare Musiknoten, Landkarten ebenso wie Fotos und Grafiken präsentiert.

Begleitet wird diese Jubiläumsausstellung von einem reichhaltigen Veranstaltungsprogramm aus Lesungen, Konzerten und Filmvorführungen, einem wissenschaftlichen Symposium sowie einem Open House, bei dem alle Interessierten auch jene Bereiche der Bibliothek sehen können, die sonst nicht zugänglich sind. Ein besonderes Highlight ist dabei das » Objekt des Monats: Für jeweils einen Monat sind im Prunksaal Kostbarkeiten zu sehen, die aus konservatorischen Gründen nur höchst selten an das Licht der Öffentlichkeit gelangen. Darunter etwa Mozarts „Requiem“, die berühmte Gutenberg-Bibel, das handschriftlich korrigierte Typoskript von Ingeborg Bachmanns Gedicht „Böhmen liegt am Meer“ – und das Evangeliar des Johannes von Troppau.


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