Alte Musik · Klassik

Andrea Coen - Hammerklavier


Einfach gesagt, hat er das Klavier erfunden: Bartolomeo Cristofori (1655–1731). Der Instrumentenbauer aus Padua, den Herzog Ferdinando de’ Medici an seinen Hof nach Florenz holte, entwickelte dort ein Tasteninstrument mit einer neuen Anschlagmechanik, die es ermöglichen sollte, die Töne in verschiedenen Lautstärken spielen zu können. Das war ein entscheidender Vorzug gegenüber dem damals vorherrschenden Cembalo.

Auf den von Cristofori gebauten Instrumenten wird ein Hammer durch eine Stoßzunge gegen die Saiten geschleudert. Gleichzeitig mit dem Tastendruck wird ein Dämpfer angehoben, der nach dem Loslassen der Taste die schwingende Saite abfängt. Raffiniert. Cristofori erfand also damit eine erste Art von Hammerklavier.

Nun kommt der Komponist Lodovico Giustini ins Spiel: Er schrieb 1732 in der Nähe von Florenz die ersten Sonaten für Cristoforis neues Instrument. Sie sind darauf abgestimmt, dass die Affekte der Musik über die differenzierte Gestaltung der Lautstärke hervorgerufen werden können – eine für damalige Verhältnisse zauberhafte Wirkungskraft für ein Tasteninstrument. „Sonate per il gravicembalo col pian e forte“ nannte Giustini seine Werke, die er einem portugiesischen Herzog widmete.

Im Besitz der portugiesischen Prinzessin und späteren spanischen Königin Maria Barbara, die Domenico Scarlatti unterrichtete, befanden sich neben Cembalos auch mehrere „Pianofortes“ aus der Werkstatt Cristoforis. Der renommierte italienische Tastenmusiker Andrea Coen verbindet auf einer Kopie eines Cristofori-Pianofortes aus der Werkstatt der deutschen Instrumentenbauerin Kerstin Schwarz Sonaten Giustinis mit einigen von Scarlatti.

Andrea Coen (Hammerklavier „Pianoforte“, Instrument von Bartolomeo Cristofori, Kopie von Kerstin Schwarz)

Programm:

Lodovico Giustini Da Pistoia (1685–1743)
Suonata I g-Moll, Suonata VII G-Dur, Suonata II c-Moll

Domenico Scarlatti (1685–1757)
Sonaten G-Dur K 63 (F 21); d-Moll K 64 (F 22); d-Moll K 77 (F 38),
C-Dur K 86 (F 47), K 73 (F 33) c-Moll/C-Dur; G-Dur K 79–80 (F 41);
g-Moll K 30 (F 546)


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