Theater

Amras


Die 1964 veröffentlichte Erzählung hat Thomas Bernhard selbst wiederholt als seinen Lieblingstext bezeichnet. In dem fragmentarisch wirkenden Werk, das sich aus Briefen, Tagebuchnotizen und Aphorismen zusammensetzt, gehen die Schilderungen der Krankheit, des Irrsinns und der Natur eine grausige Symbiose ein.

Stefan Maurer, der am TLT zuletzt Geächtet inszenierte, wird das sprachgewaltige Werk für die Bühne bearbeiten.

Innsbruck 1960. Ein ungleiches Brüderpaar hat den Familiensuizid überlebt und ist nun zum qualvollen Weiterleben verurteilt. Die Katastrophe kettet sie ebenso aneinander wie die Krankheit. Einer der beiden Brüder, Walter, leidet an Epilepsie. Zusammen leben sie in einem Turm in Amras – zu ihrem Schutz. Denn den beiden droht das Irrenhaus. Doch wie ein Zufluchtsort fühlt sich der Turm für sie nicht an, eher wie ein Gefängnis. Sie hausen in der Finsternis, verfolgt von ihren Ängsten, ihren Erinnerungen und unter der ständigen Last drohender Anfälle. Ein (lebens-)notwendiger Gang in die Innsbrucker Innenstadt zum Internisten, Menschen meidend durch Apfelgärten und an der Sill entlang, wird zur Qual. Eine Zumutung ist auch das Haus, in dem sich die Ordination befindet, – und der angsteinflößende Epileptikerstuhl. Am nächsten Tag liegt Walter tot unter dem geöffneten Turmfenster. Sein Bruder muss weiterleben.

Die 1964 veröffentlichte Erzählung Amras hat Thomas Bernhard selbst wiederholt als seinen Lieblingstext bezeichnet. In dem fragmentarisch wirkenden Werk, das sich aus Briefen, Tagebuchnotizen und Aphorismen zusammensetzt, gehen die Schilderungen der Krankheit, des Irrsinns und der Natur eine grausige Symbiose ein. Stefan Maurer, der am TLT zuletzt Geächtet inszenierte, wird das sprachgewaltige Werk für die Bühne bearbeiten.

Besetzung
1
Jan-Hinnerk Arnke
2
Tom Hospes
3
Christoph Schlag
4
Janine Wegener


Vergangene Termine