Klassik

Amarcord Wien


Amarcord Wien spielt Werke von Erik Satie, dem skurrilen Franzosen, der sich nicht als Komponist sondern als "Phonometograph", als Klangvermesser bezeichnete. Er schrieb merkwürdig statische Stücke in ostinatem Rhythmus mit merkwürdigen Titeln wie Ogives, Gymnopédies oder Gnossiennes. Ebenso eigenwillig waren seine Spiel-anweisungen: Ziemlich blau. Nicht zu gierig. Ohne mit der Wimper zu zucken. Wie eine Nachtigall mit Zahnschmerzen. Auf den Vorwurf seines Freundes und Bewunderers Claude Debussy, seine Stücke seien formlos, reagierte er mit einer Komposition, die unserem Konzert seinen Titel gab: "Trois Morceaux en forme de poire" - Drei Stücke in Form einer Birne.

Saties Credo lautete: Einfachheit! Den komplizierten Orchesterexzessen seiner Zeit wollte er schlichte Formen entgegensetzen: Schlüssigkeit von der Länge eines Witzes. Ein
hohes Ziel. Satie war unergründlich, für seine Musik gab es keine Schubladen: Sie war federleicht, wenn sie sich feierliche Gewänder überstreifte; sie war todernst, wenn sie blinzelte. In ihren schönsten Momenten wollte sie nichts anderes sein als ein Möbelstück. Stets mit Schirm, Charme und Melone angetan, ist er nicht nur äußerlich der wohl seltsamste Kauz der französischen Musikgeschichte. Sein unerschöpflicher Erfindungsgeist machte ihn zu einem Mann mit vielen Talenten: Er war Konstrukteur, Kirchengründer, PR-Pionier, Meister des Aperçus, Schriftsteller, exzessiver Spaziergänger, der erste Filmkomponist, professioneller Selbstdarsteller und Erfinder der "Musique d’ameublement".

Amarcord Wien erkunden den wohl ungewöhnlichsten Komponisten der französischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts und bringen mit ihrer Darbietung das Gesamtphänomen Satie näher.

Karten sind ab Herbst 2016 im Villacher Kartenbüro Knapp, Freihausgasse 3, T 04242/27 341 erhältlich


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