Tanz · Theater

Amanda Piña / nadaproductions: Danza Y Frontera


„When I saw the dance for the first time in a youtube video I said to myself, something very strong must happen to these men in order for them to move like this.“ — Leonor Maldonado, Filmemacherin.

Danza Y Frontera ist die jüngste Arbeit aus der Serie Endangered Human Movements und basiert auf einem Tanz, der an der Grenze zwischen Mexiko und den USA entstanden ist. Der Tanz aus der Nachbarschaft El Ejido Veinte von Matamoros, Tamaulipas, Mexiko, wird heute in einem Kontext von extremer Gewalt im Zusammenhang mit Drogenhandel, Militarisierung und Billiglohnindustrien aufgeführt. Er geht auf eine uralte prähispanische Tanzform zurück, den die spanische Krone (Casa de Austria/Habsburg) bei der Eroberung Mexikos als „danza de conquista“ (Tanz der Eroberung) einsetzte. Bis heute transformierte sich die Choreografie immer weiter und kann als eine Form des Widerstands gegen koloniale und später neoliberale Kräfte gesehen werden. Eine zeitgenössische popkulturelle Aneignung, in der indigene Praktiken, koloniale Erzählungen, Hip-Hop-Kultur und Mystik weiter zusammenwirken.

Danza Y Frontera untersucht diese Grenzchoreografie und bringt ihre Protagonistinnen im Kontext des Voranschreitens der „Festung Europa“ nach Wien. Als Grenzsubjekte leben die Performerinnen in einem Dazwischen. Sie sind sich der Macht und der Einschränkungen dieser Situation bewusst und navigieren jenseits aller Begriffe von Grenze, seien diese kulturell, national oder ästhetisch.


Vergangene Termine