Theater

Am Ziel


Thomas Bernhard untersucht mit Röntgenblick und groteskem Humor eines seiner Lieblingsthemen: den Selbsthaß seiner Figuren, die auf ausweglose Lebensläufe hilflos reagieren.

Seit dreiunddreißig Jahren fahren Mutter und Tochter am gleichen Tag nach Katwijk ans Meer, um den endlosen Rhythmus von Flut und Ebbe zu genießen. Seit dem Tod des Vaters vor zwanzig Jahren haben sie diese Reise nur zu zweit unternommen – aneinandergefesselt in gegenseitiger Abhängigkeit. Doch in diesem Jahr wird es anders sein.
Ein dramatischer Schriftsteller wird sie begleiten und das gemeinsame Ritual von Mutter und Tochter brechen. In monologischen Erinnerungsspiralen beschwört die Mutter die beklemmende Familiengeschichte. Für sie gibt es kein Innehalten, kein Schweigen – die Sprache ist für sie Kontrolle, bedeutet Stabilität. Die etablierte Sicherheit der Mutter wird durch den Gast, den Eindringling, gefährdet.
Er fordert sie mit seinen Gedanken über den gesellschaftsverändernden Beitrag des Theaters heraus, insbesondere mit seinem umjubelten Stück Rette sich wer kann.

Am Ziel wurde 1981 bei den Salzburger Festspielen in der Regie von Claus Peymann uraufgeführt. Seinem Stück stellte Bernhard ein Zitat des französischen Philosophen Blaise Pascal voran: "Die Sorgen des menschlichen Lebens haben all das bewirkt; als man das erkannte, wählte man die Zerstreuung."

Besetzung:

Regie
Cesare Lievi

Bühnenbild
Maurizio Baló

Kostüme
Birgit Hutter

Die Mutter
Andrea Jonasson

Die Tochter
Therese Lohner

Ein dramatischer Schriftsteller
Christian Nickel

Ein Mädchen
Martina Ebm


Vergangene Termine