Theater

Am Ende eines kleinen Dorfes


Marie von Ebner-Eschenbach, die ebenso legendäre wie neu zu entdeckende Grande Dame der österreichischen Literatur, hat ein reiches und dennoch betrüblich in Vergessenheit geratenes Werk hinterlassen. Spätestens seit der verdienstvollen neuen Gesamtausgabe ihres Prosa-Werks zeigt sich, dass es überaus lohnend ist, Ebner-Eschenbachs Schaffen einem zeitgenössischen Publikum nahe zu bringen.

Gleichermaßen als Prosa-Autorin und Dramatikerin von Rang hat Marie von Ebner-Eschenbach Dramen, aber auch literarische Hybrid-Formen, wie die „dramatisierte Novelle“ geschrieben. Wir werden eines der eindrucksvollsten Werke aus dieser Reihe uraufführen, in dem die zentrale Frauengestalt der Anna einen beispiel- und zeitlosen, ja, einen exemplarisch universalen, leidenschaftlichen Befreiungskampf gegen Unterdrückung, Normierung und Ausgrenzung in einer männlich-patriarchal dominierten Gesellschaft führt. Wie sich diese unbeugsame junge Frau aus den Fängen eines scheinbar ausweglos vermauerten Lebens befreit, das zynischer Weise auch noch wohlmeinend begangenes Unrecht wieder gut machen will, ist nicht nur große Literatur und packendes Drama, sondern demonstriert eindrucksvoll, dass das eigene, das bewusst geführte Leben kompromisslos erstritten werden muss.

Mit: Petra Gstrein, Jens Ole Schmieder, Doina Weber
Regie: Anna Maria Krassnigg
Regiemitarbeit: Jérôme Junod
Bühne: Lydia Hofmann
Kostüm: Antoaneta Stereva
Licht: Lukas Kaltenbäck
Musik: Christian Mair


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