Oper

Almira


Ein junger Orchestergeiger bekommt ein Libretto in die Hand gedrückt: Komponieren Sie! So kann man sich den Beginn von Händels Opernkarriere vorstellen. Schauplatz: Hamburg, Theater am Gänsemarkt. Dessen Musikdirektor Reinhard Keiser befand sich auf der Flucht vor Gläubigern, also musste Händel das neue Opernbuch „Der in Krohnen erlangte Glückswechsel, oder: Almira, Königin von Castilien“ vertonen.

Er traf den speziellen Geschmack des Hamburger Publikums und schuf ein Spektakel aus französischem Orchesterstil, deutschen und italienischen Arien und Ballettmusik. „Und er komponierte sehr virtuose Arien für die beiden Sopranpartien, die damals in Hamburg mit besonders guten Sängerinnen besetzt waren“, hebt Dirigent Alessandro De Marchi hervor.

Vom aktuellen italienischen Opernstil wurde Händel erst während seiner anschließenden Italien-Reise erfasst. „Mit ,Almira’ machen wir die Erfahrung einer noch ganz frischen Händel-Musik“, so De Marchi. Die unverwechselbare, seelenvolle Tonsprache ist aber in ihr bereits veranlagt. So begegnet man schon in dieser ersten Oper auch später bei Händel wiederkehrenden Themen wie dem Welthit „Lascia, ch’io pianga“ aus „Rinaldo“!

Die junge Almira wird Königin und soll einen Nachkommen ihres Ratgebers Consalvo heiraten, so hat es ihr Vater in seinem Testament verfügt. Doch ihr Herz gehört schon ihrem Sekretär Fernando, einem Findling, den sie heimlich liebt. Plötzlich werben diverse Herren um die junge Königin und es entspinnt sich ein Liebesreigen zwischen Melancholie und Macht.

Almira, Königin von Castilien

Oper in drei Akten HWV 1 von Georg Friedrich Händel
Libretto von Friedrich Christian Feustking
Uraufführung: 1705, Hamburg, Theater am Gänsemarkt

Besetzung:

Alessandro De Marchi (musikalische Leitung)
Jetske Mijnssen (Regie)
Ben Baur (Bühnenbild und Kostüme)
Mark von Denesse (Licht)
Kerstin Schüssler-Bach (Dramaturgie)

Academia Montis Regalis

Almira Klara Ek (Sopran)
Edilia Mélissa Petit (Sopran)
Bellante Rebecca Jo Loeb (Mezzosopran)
Consalvo Wolf Matthias Friedrich (Bass)
Osman Manuel Günther (Tenor)
Fernando Viktor Rud (Baritenor)
Raymondo Florian Spiess (Bass)
Tabarco Sara-Maria Saalmann (Sopran)


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