Kunstausstellung

Ursula Buchart - Alles für die Krone II


Ursula Bucharts Malerei scheint der Natur derart auf der Spur zu sein, dass sie die Materialität der Malerei selbst zur ihrer Natur erkoren hat. Und diese Natur ist jene der gesamten kunterbunten Palette.

Zwischen Zuckerl und Zuckerschock zuckt der Gegenstand, der sich oftmals in dichter und pastos aus der Tube aufgetragener Farbe einlullt. Er träumt inmitten von Pölstern aus Farbe mit uns überforderten Betrachtern. Wenn man die Gemälde sieht, ist es also wesentlich dieser Traum, in dem man steckt, wie frei und mutig arrangiert, verdichtet, aber auch vereinzelt die Gegenstände in der Farbe liegen, hinter oder unter ihr, aber auch als sie. Im Durchwandern eines Erdbeerfeld sind wir den Blick von oben gewohnt, der die Blätter der Stauden nach der roten Frucht durchforstet. Jene befindet sich verdeckt und wir sind es sodann auch gewohnt durch das Gestrüpp zu reichen, um sie zu pflücken.

Ursula Bucharts Malerei scheint der Natur derart auf der Spur zu sein, dass sie die Materialität der Malerei selbst zur ihrer Natur erkoren hat. Und diese Natur ist jene der gesamten kunterbunten Palette.

Erst die Erdbeeren werden oftmals flach, zurückgedrängt und weisen so das Bild als ein Bild aus. Sie sind flach und machen keinen Hehl aus der Fläche der Leinwand, worauf sie präzise, wie leicht verschwommen aufgetragen wurden, damit sie mit dem Anschein von Volumen mit dem tatsächlichen Volumen der ausgedrückten Tuben konkurrieren. Derartig inszenierte Zuspitzungen gibt es häufig zu sehen.

Eine verschwommen-schummrige Textur lässt die Körper durchaus beben. Sie erhalten dadurch eine Art Eigenleben. Jedoch hat es nur noch bedingt mit einem großen Bewegungsinteresse zu tun. Vielmehr ist die illusionäre Darstellung von Volumen, von Körpern mittels Oberflächen und verschiedenen Texturen strukturiert. Die Beschaffenheit der Malfläche und deren Möglichkeiten werden zum zentralen Thema.

Die grellen Farben, die Pop und Op-Art-Versatzstücke übersüßen und überfordern das Auge. Diese Überforderung ist bewusst inszeniert. Doch darüber hinaus mag das Bestreben der Künstlerin dort liegen, die Malerei in ihrem Fluß zuzulassen. Oftmals haben wir es mit reduzierten verflüssigten Gemälden zu tun, oftmals mit Farbschlachten und der zur Überfrachtung tendierenden Darstellung verschiedenster Gegenstände. War und ist (wahrscheinlich) die Wasseroberfläche für viele Maler ein Faszinosum, so ist auch der Harnisch eines Ritters ein solches, wie auch die Oberfläche einer Erdbeere. Die Spiegelung und der Glanz, leicht feucht oder hochpoliert, neu und frisch. Allesamt Überreizungen, Blendungen, Verirrungen, sich auflösende Formen, Verflüssigungen, auch Verdichtungen und Verhärtungen, welche die Farbe als dritte Dimension sicht- und spürbar machen interessieren uns beim Anblick der Gemälde Ursula Bucharts.


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