Pop / Rock

Alice in Chains live in Wien: Grunge-Revival in der Arena


Am Samstagabend versammelte die US-Kultformation Alice in Chains die Wiener Kinder der 90er und Nullerjahre zum sommerlichen Revival in der Arena.

Wer am Samstag nicht zu The Hollywood Vampires auf die Burg Clam pilgern konnte, hatte mit der Arena Wien eine vielleicht ebenso stimmungsvolle Ersatz-Anlaufstelle. Geboten wurde immerhin ein Abend unter Freunden, unter Gleichgesinnten, gemeinsam mit einer Band, die man gerne in einem Atemzug mit Grunge-Helden wie Pearl Jam, Soundgarden und Nirvana nennt. Wenn Alice in Chains in Wien spielen, werden also die Band-Shirts von anno dazumal wieder aus dem Kasten gekramt, wird mit Freunden mit Becherbier auf die guten alten Zeiten angestoßen – und selbstverständlich jeder Songs auswendig mitgesungen.

Hit-Reigen mit Alice in Chains in Wien

So auch am Samstag, als sich die Rock-Veteranen endlich wieder live die Ehre bei uns gaben. „Je lauter ihr werdet, desto lauter spielen wir!“, animierte Frontmann William DuVall, (seit 2006 Stimme der Band nach dem verstorbenen Gründungsmitglied Layne Staley) die durchaus motivierte Menge. Dieses Versprechen wurde gehalten, die Fans bekamen, wofür sie gekommen waren: Ein Sammelsurium an geliebten Alice in Chains-Hits, das nahezu keine Wünsche offen und das Feeling der 90er wieder aufkommen ließ. Nach einem lautstarken Aufwärmprogramm mit der heimischen Formation Mother’s Cake startete das US-Quartett mit einem bombastischen „Bleed The Freak“ den eineinhalbstündigen Rockreigen. Weiter ging es mit Evergreens wie „Them Bones“, „Again“, „No Excuses“ oder „Nutshell“ – die Setlist hatte sie alle. Besonders schön dabei, dass Band und Publikum gleichermaßen ihre Begeisterung zum Ausdruck brachten. „Es ist unglaublich, hier oben zu stehen und euch alle zu sehen. Danke, dass wir heute zu euch kommen durften!“, streute Gitarrist und Zweitsänger Jerry Cantrell den Wiener Fans Rosen, bevor zum Open Air-Chor bei „Man in the Box“ angestimmt wurde.

Zwar wird nicht mehr so viel gehüpft wie früher, die Spielfreude ist Alice in Chains trotz des Eintritt in die besten Lebensjahre aber noch lange nicht abhanden gekommen – eine Freude, die sie auch in der Arena ungekünstelt und frei von jegliche Allüren (lediglich untermalt von blinkenden und farbenfrohen Visuals ) auf die Bühne brachten. Gelungen klang das Konzert schließlich mit „Got Me Wrong“, „Would?“ und einem kollektiv gegrölten „Rooster“ aus. Stillstand gab es an diesem Abend nicht, auch wenn es bei Alice in Chains nicht so flott dahergeht, sind sie nach wie vor eine Live-Band, die es versteht, mitzureißen. Nachschub von ihnen gibt es übrigens noch in diesem Sommer: Mit „Rainier Fog“ erscheint am 24. August das lange erwartete neue Album, mit dem die US-Rocker das erste neue Material seit mehr als fünf Jahren vorlegen. „Im August gibt es etwas Neues von uns, wir hoffen, wir sehen euch damit bald wieder!“ schloss Jerry Cantrell den Abend. Die Hoffnung beruht wohl auf Gegenseitigkeit.

(events.at/Amina Beganovic)


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