Kunstausstellung

Alfredo Jaar - Das rote Wien


Museum für angewandte Kunst (MAK)

1010 Wien - Innere Stadt, Stubenring 5

Mi., 09.06.2021 - So., 05.09.2021

Mo: Geschlossen
Di: 10:00 - 21:00 Uhr
Mi: 10:00 - 18:00 Uhr
Do: 10:00 - 18:00 Uhr
Fr: 10:00 - 18:00 Uhr
Sa: 10:00 - 18:00 Uhr
So: 10:00 - 18:00 Uhr

In seiner Ausstellung zum Roten Wien setzt sich Alfredo Jaar mit den gesellschaftspolitischen und städtebaulichen Entwicklungen der Stadt Wien in der Zwischenkriegszeit auseinander.

So stehen die geradezu utopisch erscheinenden Leistungen im Bereich des sozialen Wohnbaus im Mittelpunkt der monumentalen, 35-teiligen Fotoserie des 1956 in Santiago de Chile geborenen und in New York lebenden Künstlers.

„Mitte der achtziger Jahre, auf meiner ersten Reise nach Wien, begann ich, das Rote Wien zu besuchen und zu fotografieren. Als Architekt und Künstler zog mich das Rote Wien gleich mit der Entdeckung der ersten Gebäude in den Bann. Beeindruckt von seiner Aktualität und bewegt von seinem Nachleben, suchte ich auf stunden- und tagelangen Spaziergängen nach seinen Spuren.“
Alfredo Jaar, 2004

Mit intensiven Farben erinnert der Künstler dabei an eine von der sozialdemokratischen Stadtregierung initiierte Kommunalpolitik, die sich gegen das politisch-konservative Klima der Zeit behaupten konnte und Menschenwürde und kollektive Verantwortung auf ihre Fahnen geschrieben hatte. Für seine Ausstellung im MAK entwickelte der Künstler eine vielschichtige Rauminstallation, die seine langjährige künstlerische Auseinandersetzung mit dem Roten Wien dokumentiert.

Jaar taucht den gesamten Ausstellungsraum in ein intensives rotes Licht und schafft dadurch eine Atmosphäre, die das Gesellschaftsmodell des Roten Wien symbolisch ausleuchtet. Zu diesem Stimmungsbild trägt auch die Arbeit bei, die Jaar eigens für die Ausstellung entwickelt hat: Die neun Buchstaben von „Red Vienna“ sind als abstrakte Schriftzeichen aus rot leuchtendem Neon jeweils in Quadrate eingeschrieben, die sich als Bausteine des Roten Wien verstehen lassen – einzelne, aber gleichberechtigte und konstitutive Elemente, die zusammen mehr sind als die Summe ihrer Teile. Die Neonbuchstaben sind variabel und können in verschiedenen Figurationen angeordnet werden. Nicht zuletzt rufen sie die Vielfalt der leuchtenden Neonschriftzüge auf, die ab den 1920er Jahren das Bild der modernen Stadt prägten.

Kurator*innen: Sebastian Hackenschmidt, Bärbel Vischer