Diverses · Literatur

Alfred Pfabigan - Mord zum Sonntag - Tatortphilosophie


Bis zu 14 Millionen Menschen verfolgen jede Woche den neuen Mord zum Sonntag. Die wohl langlebigste Fernsehserie wird wie keine andere im deutschsprachigen Raum als „kulturelles Gedächtnis“ wahrgenommen, das sensible Themen aufgreift und aktuelle Fragen nicht scheut. Doch was verbirgt sich hinter Kapitalismuskritik und tagespolitisch brisanten Einsätzen der Kommissare mit den brüchigen Biografien? Alfred Pfabigan zeigt Zusammenhänge zur stark nationalsozialistisch geprägten Geschichte des deutschen Polizeifilms auf, er verweist auf personelle, strukturelle und inhaltliche Kontinuitäten hinter scheinbar zeitkritischen Anliegen. Im Vergleich zu amerikanischen CSI-Erfolgsserien erweisen sich die Tatort-Opfer als verdächtig schuldig, die Täter als auffallend einfühlsam gezeichnet und Recht und Unrecht als eine Gefühlssache, die wenig mit Beweisen zu tun hat.

Ende 2016 wird der 1.000 Tatort ausgestrahlt - Zeit für eine kritische Analyse mit erstaunlichen Ergebnissen.

im Anschluss PODIUMSDISKUSSION
Moderation: Klaus Nüchtern, Falter

Alfred Pfabigan, geboren 1947 in Wien, habilitierte 1979 in Politikwissenschaft an der Universität Salzburg. 1993 - 2013 war er Professor für Sozialphilosophie an der Universität Wien und unterrichtete in den USA, Bulgarien, Frankreich und der Ukraine. Leiter der „Philosophischen Praxis Märzstraße“. Autor von zahlreichen Publikationen.


Vergangene Termine