Literatur

Alexander Schimmelbusch - Die Murau Identität


Am 12. Februar 1989, vor 25 Jahren, starb Thomas Bernhard. Aber ... in Wahrheit war sein Tod, wie alles andere in seinem Leben, eine Inszenierung, die er von New York aus verfolgte, wo er sich unter strengster Geheimhaltung einer experimentellen Antikörperbehandlung unterzogen hatte, um sich von seiner lange für unheilbar gehaltenen Autoimmunerkrankung zu befreien. Zur Rehabilitation buchte er sich ins Plaza ein, unter dem Namen Murau, Franz-Josef, terrorisierte den Roomservice und las im Bett seine Nachrufe. Er wusste, er war entkommen, seinem Ruhm, seiner Heimat, seinen alten Geschichten. Es war Zeit, ein neues Leben zu beginnen.

Eine Hommage an den Meister der Provokation
So sieht der österreichische Autor Alexander Schimmelbusch seinen ebenso leichtfüßigen wie unterhaltsamen Enthüllungsroman "Die Murau Identität". In dem Buch macht sich der abgehalfterte Journalist Alexander Schimmelbusch auf die Suche nach dem weltbekannten Misanthropen, zuerst in Manhattan, wo er Bernhards Sohn Esteban trifft, und dann in den Küstenorten auf Mallorca. Ausgestattet mit den versiegelten Protokollen des Verlegers, der Bernhard half, sein Verschwinden zu planen, findet Schimmelbusch schließlich einen eleganten alten Mann, der alles, was ihm jemals bedeutsam war, der Auslöschung preisgegeben hat.

Alexander Schimmelbusch
Österreicher, geboren 1975, wuchs in Frankfurt am Main und in New York auf und studierte an der Georgetown University in Washington, arbeitete als Investmentbanker. 2009 erschien sein Roman "Blut im Wasser". Arbeitet als Journalist unter anderem für Die Welt, Frankfurter Allgemeine, Der Freitag, Cicero und Architectural Digest. Alexander Schimmelbusch lebt in Berlin.


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