Kunstausstellung

Alexander Novak - die große Langeweile


Im Mittelpunkt der Ausstellung die große Langeweile von Alexander Nowak steht der Film MINIMAL, der uns in die „Große Langeweile“ führt, einen Ort oder vielleicht Zustand, dessen Bewohner ihren jeweils eigenen Ver- und Besessenheiten ausgeliefert durch eine Stadtlandschaft treiben, und sich zugleich unausweichlich auf Kollisionskurs befinden.

MINIMAL verweist auf die klassischen Genres des Unterhaltungskinos; weniger durch Zitate, als dass die Kerngedanken dieser Genres sich eben in den Besessenheiten der Figuren ausdrücken: In der Mordlust des Serienkillers, dem Wahn des Superschurken, der obsessiven Spurensuche des Kriminalisten, die jede ihrer Bewegungen zu bestimmen scheinen – als hätten sie sich als letzten Ausweg gegen die große Langeweile einem Exzess verschrieben, nur um merken zu müssen, dass auch dieser sich nur immer aufs Neue wiederholen wird.

Der Getriebenheit der Figuren entspricht der Film auf formaler Ebene: Wenn die „Frau mit dem ▲ im Gesicht“ zum Röhren eines Akkordeons ruckartig über Treppen und Bürgersteige manövriert, wenn „Fur - Man“ sich seinem nächsten Opfer entgegenschleppt, werden Geräusche zu einem Soundtrack und dieser wiederum zur Vorlage einer Choreographie, der die Figuren ausgesetzt sind; dann können wir nicht länger differenzieren, ob die Stimmen nun Filmmusik sind, oder nur in Fur - Mans Kopf – oder unserem. In Alexander Nowaks Film gehen so das Erzählen und das Gestalten ineinander über: in ihren zwanghaften Bewegungen und absurden Kostümen werden Figuren zu Skulpturen, und ihre Handlungen zu Choreographien. (Text: Jacob Birken) !


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