Tanz · Theater

Alex Franz Zehetbauer & Christian Schröder – AyH


Ausgehend von einem Interesse an Spiralen, ist AyH ein Soundexperiment, inspiriert vom Werk und von der Arbeitsweise der schwedischen Malerin und Mystikerin Hilma af Klint. Dieses Konzert aus akustischen Gemälden wurde von einer Reihe nichtmenschlicher Musiker*innen in Zusammenarbeit mit Alex Franz Zehetbauer und Christian Schröder komponiert. Gemeinsam erzeugen sie Visualisierungen von Klang und zeichnen die Polyfonie als etwas sowohl Flüchtiges als auch durchaus Greifbares. Zwischen scheinbar grundverschiedenen Elementen kristallisiert sich dabei eine Sprache heraus: deutlich, aber unlesbar, als kenne man sie längst – wie ein immer da gewesenes Urgestein.

Ein Wasserbecken umschließt Klang und Atem, aus einem Portal tauchen sonoaquatische Gebilde auf. Ein Unterwassermikrofon erforscht das Innere eines Mundes und legt den darin hausenden schwammig-nassen Sumpf frei, würdevoll ertönt ein Kontrabass – ein weiteres Lebewesen im Raum. Vibrierende Penisringe hängen an Fäden, die den Raum durchdringen. Eine Gruppe menschlicher und nichtmenschlicher Musiker*innen malt mit Pinselstrichen aus Klang, Schallsymbolen, Rhythmus, Atem und verschlüsselter Melodie.
Dieser Übergang vom Hörbaren zum Sichtbaren ist von Hilma af Klints Arbeit als Mystikerin und Malerin inspiriert. Hilma af Klint war Mitglied von De Fem, einer Gruppe von fünf Frauen, die sich regelmäßig zu Séancen trafen und mit den Gottheiten kommunizierten. Diese überirdischen Begegnungen dokumentierten sie mit „automatischen Zeichnungen“, über die gewonnenen Informationen führten sie penibel Buch. Daraus ergab sich eine immer weiterwachsende „Sprache“ aus Symbolen, Figuren, Formen und codeartigen Buchstabenfolgen. Aus dieser Sprache stammt auch der Titel der Konzertperformance: „AyH“ bedeutet „finden“.

Die Veranstaltung findet online via zoom statt.


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