Klassik

Al-Tariqa al-Gazoulia, Salzburger Bachchor & OENM


Die Feier der Natur, des Menschen und des Göttlichen, der Höhepunkt eines jeden Sufi-Rituals, steht auch im Zentrum der aus christlicher Feder stammenden Werke der Ouverture spirituelle.

Programm:

Hossam Mahmoud - Seelenfäden
für Sufi-Chor, gemischten Chor und Ensemble auf einen Text des Sufi-Mystikers Mansur al-Hallağ (857-922)
(Uraufführung, Auftragswerk der Salzburger Festspiele)

Interpreten:

Hossam Mahmoud, Gesamtleitung
Al-Tariqa al-Gazoulia
Salzburger Bachchor
Alois Glaßner, Choreinstudierung
œnm . österreichisches ensemble für neue musik

Hossam Mahmoud, in Kairo geboren, Komponist und Instrumentalist, studierte an der Universität seiner Heimatstadt sowohl orientalische Musik als auch europäische Musiktradition und Musikpädagogik.

Er spielt die arabische Laute Oud, Bratsche und Klavier. Seine Kompositionsstudien setzte er an den Musikhochschulen in Graz und Salzburg bei Beat Furrer und Boguslav Schaeffer fort.

Mahmoud setzt sich seit Jahren für den Dialog der Kulturen ein. Orientalische und okzidentale oder zeitgenössische Texte verbinden sich mit seinem eigenständigen Musikstil, der von Kulturen übergreifenden Tonstrukturen geprägt ist. Mahmoud wurde vielfach für Festivals wie das Festival d’Automne à Paris, Klangspuren Schwaz, Salzburg Biennale, stART Festival Salzburg etc. beauftragt.

2011 kam es zur Uraufführung des Trios Martheia 2 am Österreichischen Kulturforum New York und des Orchesterwerks Elegie an die Märtyrer der 25. Januar-Revolution in Wien. Für das Salzburger Landestheater komponierte er die Oper 18 Tage…, die im März 2013 zur Uraufführung kam.

Hossam Mahmoud hat 2013 für sein künstlerisches Schaffen und für seine wertvolle Arbeit im Dialog der Kulturen den Großen Kunstpreis für Musik des Landes Salzburg sowie den Förderpreis für Kunst und Kultur der Stadt Salzburg erhalten.

„Die Religion ist wie ein Fluss, der durch viele Länder fließt. Jedes Land gibt diesem Fluss einen anderen Namen und beansprucht diesen womöglich auch noch für sich. Dabei ist der Fluss aber unabhängig von den Ländern und entspringt darüberhinaus auch einer Quelle.“

Diese Beschreibung des Sufi-Meisters Muzaffer Efendi ist nur eine von vielen Metaphern, mit denen im Sufismus darauf verwiesen wird, dass Religion nicht trennen, sondern vereinen soll.

Die Feier der Natur, des Menschen und des Göttlichen, der Höhepunkt eines jeden Sufi-Rituals, steht auch im Zentrum der aus christlicher Feder stammenden Werke der Ouverture spirituelle.

Sei es in Haydns die Entstehung der Welt schildernder Schöpfung zu Beginn, sei es in Bruckners Te Deum zum Abschluss der Ouverture spirituelle, in dem sich Himmel und Erde zum Gotteslob vereinen. Gleichsam ein neues Oratorium, ein instrumentales nämlich, hat Nikolaus Harnoncourt in den drei letzten Symphonien Mozarts entdeckt. Nach seiner intensiven Auseinandersetzung mit diesen Werken ist er überzeugt davon, dass sie aufgrund verschiedener Parameter in geradezu magischer Weise miteinander verbunden sind und in der Tonartenabfolge Es-Dur, g-Moll, C-Dur den Schicksalsweg eines Menschen widerspiegeln: einen Weg von feierlichem Ernst mit dramatischen Konflikten über Hoffnungslosigkeit bis zum geradezu triumphalen Halleluja. (Ronny Dietrich)

Disputationes im Rahmen der Ouverture spirituelle:

Wie in den vergangenen beiden Jahren begleitet das Herbert-Batliner-Europainstitut in Kooperation mit den Salzburger Festspielen die Ouverture spirituelle inhaltlich mit wissenschaftlichen Erörterungen und Diskussionen. Das Konzertprogramm mit dem Schwerpunkt Islam begleitend, werden bei den Disputationes Themen aufgegriffen, die sich mit den Fragen rund um den interkulturellen und interreligiösen Dialog auseinandersetzen.
Die Auftaktveranstaltung findet am 18. Juli 2014 statt. Es folgen drei Gesprächsrunden im Rahmen der Ouverture spirituelle.


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