Klassik

Al-Tariqa Al-Gazoulia


Die Feier der Natur, des Menschen und des Göttlichen, der Höhepunkt eines jeden Sufi-Rituals, steht auch im Zentrum der aus christlicher Feder stammenden Werke der Ouverture spirituelle.

In diesem zweiten Ritual des Sufi-Ordens Al-Tariqa al-Gazoulia wird der Salzburger Geiger Frank Stadler die Klänge der Sufi-Gesänge in Takassim-Improvisationen aufgreifen und die spirituelle Musik u.a. mit Bachs Ciaccona aus der d-Moll-Partita verbinden. Mit Takassim bezeichnet man in der orientalischen Musik solistische Improvisationen mit einem Instrument, das in der Lage ist, die feinen, insgesamt neun Teiltöne zu erzeugen, die in der türkischen Musik zwischen den Ganztönen liegen.

Interpreten:

Sheikh Salem Algazouly, Leitung
Al-Tariqa al-Gazoulia
Frank Stadler, Violine

„Die Religion ist wie ein Fluss, der durch viele Länder fließt. Jedes Land gibt diesem Fluss einen anderen Namen und beansprucht diesen womöglich auch noch für sich. Dabei ist der Fluss aber unabhängig von den Ländern und entspringt darüberhinaus auch einer Quelle.“

Diese Beschreibung des Sufi-Meisters Muzaffer Efendi ist nur eine von vielen Metaphern, mit denen im Sufismus darauf verwiesen wird, dass Religion nicht trennen, sondern vereinen soll.

Die Feier der Natur, des Menschen und des Göttlichen, der Höhepunkt eines jeden Sufi-Rituals, steht auch im Zentrum der aus christlicher Feder stammenden Werke der Ouverture spirituelle.

Sei es in Haydns die Entstehung der Welt schildernder Schöpfung zu Beginn, sei es in Bruckners Te Deum zum Abschluss der Ouverture spirituelle, in dem sich Himmel und Erde zum Gotteslob vereinen. Gleichsam ein neues Oratorium, ein instrumentales nämlich, hat Nikolaus Harnoncourt in den drei letzten Symphonien Mozarts entdeckt. Nach seiner intensiven Auseinandersetzung mit diesen Werken ist er überzeugt davon, dass sie aufgrund verschiedener Parameter in geradezu magischer Weise miteinander verbunden sind und in der Tonartenabfolge Es-Dur, g-Moll, C-Dur den Schicksalsweg eines Menschen widerspiegeln: einen Weg von feierlichem Ernst mit dramatischen Konflikten über Hoffnungslosigkeit bis zum geradezu triumphalen Halleluja. (Ronny Dietrich)

Disputationes im Rahmen der Ouverture spirituelle:

Wie in den vergangenen beiden Jahren begleitet das Herbert-Batliner-Europainstitut in Kooperation mit den Salzburger Festspielen die Ouverture spirituelle inhaltlich mit wissenschaftlichen Erörterungen und Diskussionen. Das Konzertprogramm mit dem Schwerpunkt Islam begleitend, werden bei den Disputationes Themen aufgegriffen, die sich mit den Fragen rund um den interkulturellen und interreligiösen Dialog auseinandersetzen.
Die Auftaktveranstaltung findet am 18. Juli 2014 statt. Es folgen drei Gesprächsrunden im Rahmen der Ouverture spirituelle.


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