Pop / Rock

Against me!



"Transgender Dysphoria Blues" ist wahrlich kein "sicheres" Album. Es ist ein wuchtiges Statement gegen Intoleranz, Konservatismus und Homophobie. Lauras Seele wird in den 10 Songs fast schon brutal freigelegt. Und auch wenn die persönlichen und direkten Lyrics schon immer die große Stärke von Against Me! waren, klangen sie dennoch schon lange nicht mehr so wüst und zügellos wie heute.

Im Mai 2012 rüttelte eine Neuigkeit Fans und die Welt zugleich auf: Tom Gabel, Sänger und Gitarrist der Punkrockband aus Florida, ließ via Rolling Stone die Öffentlichkeit wissen, er habe sich einer Geschlechtsangleichung unterzogen. Aus Frontmann Tom wurde Frontfrau Laura. Laura Jane Grace. Seither ist einige Zeit vergangen, in der sie für ihr Coming-out viel Respekt und Anerkennung erhalten hat. Es waren aber auch Monate, die mit Sicherheit nicht einfach waren.

Jetzt, nach dem Erscheinen des neuen, sechsten Albums von Against Me!, dessen vielsagender Titel "Transgender Dysphoria Blues" lautet, lässt sich klar sagen: Lauras persönlicher Leidensweg und der damit verbundene Bruch mit den Konventionen und Gender-Stereotypen entpuppt sich letzten Endes als Segen für die Band und für das Genre Punkrock insgesamt.

Energischer denn je und der Gefahr ins Gesicht lachend haben Against Me! alle Kraft und Wut in ein Album kanalisiert, das den Vorgänger um Längen überragt. Die Leichtigkeit ist zurück, die schon "New Wave" so gut gemacht hat. Und Against Me! gehen an vielen Stellen noch einen Schritt weiter.

Alles an "Transgender Dysphoria Blues" gelingt der Band. Die Punkrock-Attitüde, die sie auf "White Crosses" verloren hatten, haben sie wieder gefunden. Die Songs werden mit Spielwitz locker aus dem Ärmel geschüttelt. Against Me! sind endlich wieder die Punkband, die nicht so recht nach Punk klingt und ihn doch tief im Herzen hat.

  • So., 18.12.2016

    20:00
  • Mo., 19.12.2016

    20:00