Pop / Rock

Acoustic Summer - Live: Farewell Dear Ghost + Kalle Mattson


Mittlerweile schon eine Institution im Sommer. Jeden Mittwoch spielen für Euch bei freiem Eintritt angesagte und hörenswerte Acts aus dem In- und Ausland im B72.

Die Türen öffnen sich bereits um 19 Uhr, unsere Gartenbar lockt mit frischen kühlen Bierchen im Freien, der Gürtel wird zu Miami Beach.

FAREWELL DEAR GHOST
Einmal tief durchatmen. Mit dem Satz „You told me they´d go away“ über die besungenen „Demons“ beginnt das Debütalbum von FAREWELL DEAR GHOST. „We Colour The Night“ ist ein zehnteiliges Oeuvre, das in seinem Sound und seinem Charakter ausgesprochen untypisch für diese Zeit ist – und gerade deshalb so gut tut. Die Welt ist bitterkalt, grau, düster und zynisch geworden. Sie wird erbarmungslos vom Unwort „Krise“ geprägt, und was wir ihr in den letzten Jahren entgegen gestellt haben, waren zuallervorderst Schimpftiraden, weinerliche Schuldzuweisungen - und noch mehr Zynismus.
Philipp Szalay, der Kopf hinter FAREWELL DEAR GHOST, hingegen, hat den Mut zur Hoffnung. Gewiss, er setzt dabei auf wohldosierten Pathos und große Gesten, aber eben auch auf emotionale Größe und vor allem: sein unverwechselbares Timbre.
Ohne darauf gewartet zu haben, merkt man, wie sehr man genau diese Eigenschaften im prunkig-plastischen Pop der letzten Jahre vermisst hat. Dass Hoffnung mitunter etwas wahnsinnig Naives und doch lebensnotwendig Schönes sein kann, schwingt bereits im Albumtitel selbst mit: „We Colour The Night“. Der Titelheld wird über zehn Songs hinweg getragen von Selbstzweifeln und den ewigen Fragen, nur um sich selbst im gleichen Atemzug den Mut zur Bewältigung zuzusprechen. „I´ll keep my heartbeat from fading out“ heißt es da etwa in „Fade Out“. Geister und Dämonen werden besungen und herbeizitiert, nur um ihnen im nächsten Moment den Garaus zu machen: „Dance away the fear!“ („Fire“).
Im Sommer sorgte „Cool Blood“ für erste Aufregung –Blogs von Kanada bis Japan wurden auf Farewell Dear Ghost aufmerksam, in der Folge schnappte sich auch ein amerikanisches Label die Lizenzrechte am Album für Nordamerika. Der als „weltumarmend“ durchaus trefflich beschriebene Sound findet so seine real-geographische Entsprechung.
„We Colour The Night ist ein Geniestreich, ein wärmendes, umarmendes Album für die neblige Herbstzeit.“ (Andreas Gstettner, FM4).
Farewell Dear Ghost, „We Colour The Night“. Einmal zuhören, bitte.

KALLE MATTSON
Irgendwie kommt man um diese Kanada-Klischees einfach nicht herum. Wälder, Grizzlys und coole Typen in Holzfällerhemden. Kalle Mattson passt da auch irgendwie rein. Doch vor allem passt all das in seine im November 2013 erscheinende EP. Mit sieben Songs legt Kalle damit fast schon einen Langspieler vor und wagt sich erstmals über die Grenzen Kanadas. Auf der EP sind zum einen Songs von älteren, in Kanada bereits erschienen EP´s vertreten und zum anderen brandneue Stücke, die auch auf einem im Jahr 2014 erscheinenden Album zu finden sein werden. Da wäre z.B. das ergreifende Stück „Water Falls“, das mit über 200.000 Views bei YouTube völlig zu Recht in Kanada schon viel Aufmerksamkeit erhalten hat. Zum anderen sind da die diese energiegeladenen neuen Stücke, die einen schon in den ersten Sekunden vom Stuhl reißen. Der erste neue Song ist der opulente und euphorische „American Dream“. Wuchtige Bläsersätze, große Melodien und eine Textzeile die hängen bleibt: „You bring me down like the Berlin Wall“. Bei der ersten Single „Darkness“ setzt man sich dann wieder hin, blickt verträumt aus dem Fenster und lauscht einer wunderschön dahinplätschernden Bläsergruppe. Diese EP lebt von einer erfrischenden musikalischen Vielfalt, die einen perfekten Einblick in das musikalische Schaffen von Kalle Mattson ermöglicht. Nach zwei in Kanada veröffentlichten Langspielern, einer EP und hundertausenden Clicks bei YouTube und Vimeo scheint Kalle Mattson erwachsen geworden zu sein. Nur vier Jahre nachdem er mit dem Schreiben von Songs begann, lenkt der junge Kanadier nun endlich seine Schritte über den Atlantik.
www.facebook.com/farewelldearghost?fref=ts


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