Alte Musik · Klassik

Accentus Austria


Das Ensemble Accentus Austria öffnet eine musikalische Schatztruhe ganz besonderen Zuschnitts und bringt den faszinierenden Schmelztiegel der Kulturen und Stile zum Klingen, den das Ungarn des 17. Jahrhunderts darstellte.

Instrumentalmusik aus dem Manuskript der Anna Szirmay-Keczer (1695)
Johann Joseph Fux: Partita K329
Johann Heinrich Schmelzer: Lamento sopra la morte Ferdinandi III a tre
u. a.

Das Ensemble Accentus Austria öffnet eine musikalische Schatztruhe ganz besonderen Zuschnitts und bringt den faszinierenden Schmelztiegel der Kulturen und Stile zum Klingen, den das Ungarn des 17. Jahrhunderts darstellte. „Mitten zwischen Ost und West“, erklärt der Ensemblegründer und –leiter Thomas Wimmer, „lange Zeit den verschiedensten Kriegswirren ausgesetzt, einmal Aufmarschgebiet und Außenposten des christlichen Kaiserreichs, das andere Mal mit aller Härte verteidigtes Grenzgebiet der muslimischen Osmanen, wurde dem durch geschickte Heiratspolitik ‚erworbenen‘ Königreich von beiden Seiten erfolgreich die Entwicklung einer eigenständigen Musiktradition versagt. (West-)Europäische Musik taucht fast gleichzeitig neben türkischer auf.

Eine selbständige Kunstmusik oder zumindest eine vitale Szene konnte sich unter diesen Umständen freilich nicht bilden. Dafür entstanden gerade in der traditionellen Populärmusik völlig neuartige Stile, von monodischen Balladen bis zu feuriger Tanzmusik, die die Fantasie der Menschen in der Donaumetropole bis in die Zeit der Operette beflügelte. Wenn die ungarisch-türkische ‚Band‘ spielt, erklingt ein Feuerwerk aus Liedern und Instrumentalmusik, die dem Zuhörer eine Gänsehaut verleihen oder seine Füße unruhig werden lassen, als wäre die Puszta in den Konzertsaal geholt.“ Zusammen mit namhaften Wiener Impulsgebern wie Johann Joseph Fux oder Johann Heinrich Schmelzer ergibt das eine großartige, verblüffende Mischung von ganz eigenem Reiz.

Accentus Austria
Fasziniert von den vielfältigen Kunstströmungen und kulturellen Einflüssen, aus denen die Musik im Habsburgischen Kaiserreich des 16.und 17.Jhdts. erwuchs, widmet sich Accentus austria in den letzten zehn Jahren den vokalen und instrumentalen Werken des österreichischen Kernlands und seiner daran angrenzenden Nachbarn. Viele Schätze an wenig oder völlig unbekannter Musik gilt es hier zu heben und um das Einzigartige des jeweiligen Stils heraus zu arbeiten, darf dabei der Blick ins Innere, auf die eigene Kunstmusik, die traditionelle und die Unterhaltungsmusik genauso wenig fehlen wie jener weit über die Grenzen des Reiches hinaus – nach Osten wie nach Westen. Selbst bis ans andere Ende Europas „blickt“ Accentus austria: die jahrelange Auseinandersetzung mit spanischer Früher Musik ließ auch hier ein Repertoire entstehen, das nunmehr

improvisatorische Sephardische Romanzen und traditionelle iberische Vokalmusik, Polyphonie des 16. und 17.Jhdts., sowie solistische oder mehrstimmige barocke Werke des ausgehenden 17.Jhdts umfasst.Um eine möglichst tiefgehende Interpretation von Vokalmusik zu erreichen, wird großer Wert darauf gelegt, dass Sänger, stets in ihrer Muttersprache singen. Geht es um traditionelle Musik außerhalb Österreichs, so arbeitet das Ensemble ausschließlich mit Solisten der Herkunftsländer zusammen, die ihre Musik „mit der Muttermilch aufgenommen haben“.

In den letzten Jahren trat Accentus austria bei vielen Festivals und in zahlreichen Konzerthäusern in ganz Europa auf und erhielt auch Einladungen nach Israel, Marokko, die Vereinigten Arabischen Emirate und kürzlich an die Opernhäuser von Kairo und Alexandria. 2006 spielte Accentus austria die szenische Bühnenproduktion „The Tragedy of Arianna“ unter der Regie von Maria Gyparakis in der europäischen Kulturhauptstadt Patras/Griechenland.


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