Theater

Abschied vom Papier


≫Ein elektronisches Dokument ist ohne Spuren, erzählt nichts von der Schlacht des Dichters um den finalen, genialen Satz …≪ Den ganzen Abend sitzt der Dichter Jewgeni Grischkowez an seinem Schreibtisch, umgeben von einer ausgedienten Schreibmaschine, Büchern und stapelweise Papier. Dokumente aus vordigitalen Zeiten: Notizzettel, Postkarten, Briefe.

In einem feinsinnigen Monolog erzählt er vom unaufhaltbaren Verschwinden überflüssig gewordener Wörter wie ≫Telegramm≪ und ≫Handschrift≪, erinnert Kindheitserlebnisse, die es ohne die Existenz von Löschblatt und Tintenklecks nicht gegeben hätte. Mit heiterem Bedauern konstatiert er das Unsinnliche der elektronischen Informationsträger und kann sich der Diktatur des digitalen Zeitalters doch nicht entziehen.

Nach mehr als zehn von ihm verfassten Büchern kehrt Jewgeni Grischkowez zurück auf die Theaterbühne. In seinem neuen Stück Abschied vom Papier erzählt er über die heutige Informations- und Kommunikationsflut: allein auf der Bühne, ≫öffentlich plaudernd und intimste Offenbarungen machend≪, so wie ihn die Kritik humorvoll beschreibt.

Der 1967 in der sibirischen Stadt Kemerowo geborene Jewgeni Grischkowez ist Schauspieler, Regisseur, Theater- und Prosaautor. International bekannt wurde er durch das Gastspiel bei den Wiener Festwochen 2002 mit seinem Solostück Wie ich einen Hund gegessen habe. Seitdem Jahr war er wiederholt gefeierter Gast in Wien.

Premiere im deutschsprachigen Raum

Künstlerischen Leitung und Besetzung

Text und Inszenierung Jewgeni Grischkowez
Bühne Larisa Lomakina
Licht Konstantin Wyjuew
Sound Dmitri Wawulo

Mit Jewgeni Grischkowez
Konsekutivübersetzung Stefan Schmidtke

Produktion
Irina Yutkina, Moskau, Jewgeni Grischkowez, Kaliningrad


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