Theater

Abgesoffen


Zwei Männer unterwegs ans Meer. Jeden Samstag nehmen sie die lange Autofahrt auf sich und philosophieren über Frauen, Geld, Job und Urlaub. Und immer transportieren sie eine Leiche im Kofferraum! An sich nichts Ungewöhnliches; die beiden sind Profikiller. Aber diesmal, bei Leiche Nr. 29, ist irgendwas anders. Man kommt so ins Grübeln: „Ist Profikiller eigentlich ein normaler Beruf?” Noch dazu, wenn man für den Staat arbeitet. Die Zwei sorgen dafür, dass es so aussieht, als sei ein nordafrikanischer Immigrant ertrunken bei dem Versuch, illegal über das Meer einzuwandern. Carlos Eugenio López‘ vielbeachteter Text spannt den Bogen von den Unsicherheiten und der Wut des kleinen Mannes zu großen politischen Zusammenhängen nationaler Identität und europäischer Abschottung. Man lauscht zwei naiven Outsidern, wie sie sich auf ihrem Trip durch die Nacht die Welt erklären: Nicht immer klug, mal derb und blauäugig, dann wieder charmant, nachdenklich, voller Situationskomik und schwarzem Humor. Denn eins ist klar: „Es will mir einfach nicht in den Kopf, wie leicht es ist, jemanden zu töten” – „Ich finde, es ist das Normalste auf der Welt. Leben ist viel schwieriger!”

Der Roman Abgesoffen hat keinen Erzähler, keine Beschreibung zu Ort und Handlung. Als atemloser Dialog ohne Regieanweisungen liefert er das perfekte Material für ein erfindungsreiches Spiel auf der Bühne, bei dem die beiden Figuren ihre Welt durch Worte entwerfen.

Regie: Sebastian Schug
Dramaturgie: Christian Mayer
Bühne und Kostüme: Thea Hoffmann-Axthelm
Mit: Florian Köhler, Julius Feldmeier
Regisseur Sebastian Schug inszeniert einen Abend, der die Widersprüche unseres globalisierten Alltags schildert.


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