Theater

Ab jetzt im Landestehater Niederösterreich


Ab jetzt
von Alan Ayckbourn
Deutsch von Corinna Brocher und Peter Zadek.

mit
Lina Beckmann, Yorck Dippe, Ute Hannig, Götz Schubert, Gala Winter

Regie
Karin Beier

Bühne
Thomas Dreißigacker

Kostüme
Hannah Petersen

Musik
Jörg Gollasch

Licht
Holger Stellwag

Dramaturgie
Christian Tschirner

Der Komponist Jerome arbeitet besessen an einem großen zeitgenössischen Werk zum Thema „Liebe“. Sein Arbeitsprinzip ist das Sampeln und Modulieren von Alltagsgeräuschen und Sprachfetzen. Alle Räume seiner Wohnung sind mit Mikrofonen bestückt, um ununterbrochen alle Geräusche aufzeichnen zu können. Doch Jerome hat ein Problem: Seit seine Frau und Tochter ihn – nicht zuletzt wegen seines künstlerischen Abhörwahns – verlassen haben, ist sein Schaffen in eine ernste Krise geraten. Ihm fehlt jede Inspiration. Zumindest die geliebte Tochter, so Jerome, müsse er ab und an sehen, um wieder kreativ arbeiten zu können. Bisher allerdings hegen sowohl das Jugendamt als auch seine Ex berechtigte Zweifel an der sozialen Kompetenz des Künstlers. Sie weigern sich, Besuche seiner Tochter zu bewilligen. Also mietet Jerome eine Schauspielerin, die seine neue Verlobte und eine perfekte Hausfrau spielen soll.

Als theatrale Versuchsanordnung zum Thema Mensch und Maschine, erlebtem Gefühl und reproduzierbarer Geste, entfaltet die Science-Fiction-Komödie Alan Ayckbourns eine kaum überbietbare Situationskomik. Höhepunkt dabei ist der immer wieder um- und fehlprogrammierte Roboter GOU 300 F. Ursprünglich zum Babysitten gedacht, später aus Sicherheitsgründen aus dem Verkehr gezogen, leidet der hochkomplexe Androide an chronischer Unterbeschäftigung. Die mütterliche Maschine füllt diesen Leerlauf im Beschäftigungsprogramm durch das Kopieren menschlicher Verhaltensmuster selbständig und irrwitzig auf. Während Jerome also all seine Lebensund Liebesgeräusche aufzeichnet und eine Schauspielerin sich bei dem Versuch, seine perfekte Geliebte zu spielen, in ihn verliebt, wird all dies wiederum von einem dysfunktionalen Roboter kopiert und karikiert …

Mit viel Witz und Gespür für schwarzen Humor beweist Karin Beier, die Intendantin des Deutschen Schauspielhauses Hamburg, dass Ayckbourns Komödie aus dem Jahr 1987 nicht an Aktualität verloren hat. Eine Lehrstunde in Sachen Komödien-Handwerk ist Karin Beier da geglückt. Der perfekte Wahnsinn. Ein Schauspielerfest für ein glänzend eingespieltes Ensemble. Hamburger Abendblatt


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