Kunstausstellung

A singular Form


A Singular Form versammelt Alltags- und Kunstgegenstände, die durch ihre eigene Beschaffenheit wie die Art ihrer Präsentation mögliche Verwendungsweisen und Bedeutungen erproben, die über die ihnen normalerweise zugewiesenen hinausgehen. Ausgestellt in der Secession geben diese Objekte nicht nur durch ihre bloße Materialität und kompositorische Form eine bestimmte Herangehensweise oder Verwendung vor. Sie befreien sich zugleich auch aus solchen Bestimmungen und setzen geläufige Vorstellungen von Intention, Autorschaft, Zweck und Funktion außer Kraft.

Eine kritische Auseinandersetzung mit der Form und der vermeintlichen Bedeutung von künstlerischen wie nicht-künstlerischen Objekten ist einerseits ein typisches, andererseits ein sehr abstraktes Anliegen. A Singular Form veranschaulicht es durch den Fokus auf die skulpturale Form und die Einzigartigkeit der Gestalt, während zugleich durch die Gesamtheit der ausgestellten Objekte eine Verschiebung vom Skulpturalen zum Funktionalen stattfindet. Die derart veränderte Perspektive offenbart, dass die materiellen Strukturen der Objekte die Kartierung einer Reihe von Beziehungen in Gang setzt, in denen das Objekt sich sowohl auf erwartete als auch auf überraschende Weise verhalten kann.

Zwei Fragen haben diese Betrachtung vorangetrieben: Wie konkret oder wie spezifisch kann ein Gegenstand der Vermittlung sein? Und inwieweit kann er abstrahiert und verallgemeinert werden? A Singular Form versucht, auf diese Fragen mit der Vielfalt und der Vielseitigkeit der ausgestellten Gegenstände zu antworten – darunter das von Peter Madsen nachgebaute Herzstück eines Wikingerschiffs, bestehend aus Mastefisk und Kølsvin, eine Reihe von fotografischen Kontaktbögen aus Asger Jorns und Gérard Franceschis Projekt 10.000 Jahre Nordische Volkskunst, eine venezianische Fórcola, eine Videoprojektion von Hilary Lloyd, Martha Araújos tragbare geometrische Plane, eine ‚mobile' Skulptur von Bruno Munari, eine Trage, eine Löffelserie von Nicole Wermers, ein reisendes Objekt und seine Behausung von Ricardo Basbaum, ein Mapuche batea, eine Tapete und modulare Skulptur von Dustin Ericksen sowie eine Reihe skulpturaler Arbeiten und Strukturen von Asier Mendizabal.

Das Display rahmt und organisiert diese Objekte zugleich als Dinge und Bilder, um so ihre potenzielle Wirkung zu verstärken: In der Einmaligkeit der Form, die sich zumindest zu einem gewissen Grad selbst definiert, eröffnen diese Dinge vielleicht eine Möglichkeit, wie andere Menschen und andere Dinge mit ihnen umgehen, sich mit ihnen auseinandersetzen, Beziehungen zu ihnen aufbauen können.


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