Kunstausstellung

85 Jahre Anton Lehmden


An geregt durch seine Liebe zur chinesischern Landschaftsmalerei, beschäftigte Anton Lehmden sich in den Anfängen vorwiegend mit dem lyrischen Moment in der Landschaft.

Bald aber kam Bewegung in die vermeintliche unveränderliche
Erdkugel - Landschaften fallen, stürzen, bersten, atmen hier plötzlich. Lehmdens
Fenster ins Erdinnere, seine Schächte und Gräben sind aber gleichzeitig auch
Fenster in die Vergangenheit, sie machen die Zeitlichkeit und die Zeitmaße sichtbar.

Noch wichtiger fast erscheint jedoch die Architektur, der Lehmden auf seinen
Reisen begegnete. Etwa die Pyramiden von Gizeh, die die umliegende Landschaft
in den Hintergrund drängen, sie veredeln – als ob die Erdkugel bloß noch als Fassung
für diesen Edelstein fungieren würde – die Architektur als Krönung der landschaft.

Lehmdens Landschaften sind nicht „idyllisch“, es sind Augenblickslandschaften.
Die Zeit wird angehalten und ihre Maße werden sichtbar. Wie die geborstenen
Massen im Augenblick der Eruption vor ihrem Sturz in die Tiefe in einem Schwebe-
zustand verharren, so verhält sich die Welt im Augenblick der Nachdenklichkeit
des Malers. Seine Bilder bleiben in der Schwebe ... dieser Schwebezustand zwischen
Vergangenheit und Zukunft ist vielleicht das Thema aller Bilder Anton Lehmdens."
(Zitat Prof. Dr. Hanns Holländer, Institut für Kunstgeschichte Aachen 1984)

Später dann ein Chaos aus Fleischfetzen, Gedärmen, Rauchsäulen... Die apoka-
lyptischen Pferde als ewiggültige Metapher für niemals endenwollende Zwietracht:
obgleich längst schon tödlich getroffen - blutend nicht nur sondern bereits zerfallend
und sich auflösend - jagen sie dennoch gnadenlos fortpflanzungswillig durch die
Landschaft. "Die Betrachtung seiner Malweise legt den Begriff Kraftfeld nahe, denn
sie ist darauf angelegt nicht nur Strukturen heraus zu präparieren, sondern auch Bewegungsvorgänge zu evozieren, deren Ursachen als Sog und Wirbel, als
Zusammenspiel antagonistischer Kräfte sichtbar werden.

Eröffnung durch Landesrat Helmut Bieler
Zur Ausstellung spricht Dr. Günter Unger
Musikprogramm : Martina Schäffer & Waltraud Rosner/ Duett auf Erzlauten
Buffet
Weine von Vitikult

Anmeldung zu Führungen unter 02613/20200
Fr. & Sa. 10 bis 17 Uhr, So. 10 bis 13 Uhr

  • +43-2613-20200

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