Theater

1984


Der dystopische Roman 1984 von George Orwell ist die wohl einflussreichste und berühmteste künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema des Totalitarismus. Orwells Roman wurde in fast alle Weltsprachen übersetzt und manche der propagandistischen Schlagworte aus der totalitären Welt von 1984, wie etwa „Big Brother is watching you“, sind auch jenen geläufig, die den Roman noch nie gelesen haben.

Von den entsetzlichen Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs geprägt, fand Orwell im Stalinismus und im Nationalsozialismus Hitlerdeutschlands die gültigen Muster für seine horrible Zukunftsvision. Tatsächlich dient 1984 auch heute noch als Metapher für die Gefahren technischer Überwachungsmöglichkeiten von Populationen, die in aktuellen Diskursen zu den Themen Daten und Privatsphärenschutz zum Ausdruck kommen. Und doch wirken die Überwachungsmethoden des ENGSOZ-Regimes aus 1984, verglichen mit heutigen technischen Entwicklungen, naturgemäß etwas veraltet und antiquiert. Es sind jedoch nicht die technischen Entwicklungen, die Orwell in seinem Roman fantasiert, sondern der beängstigende Zustand menschlichen Lebens unter totalitären Verhältnissen in seelischer, geistiger und sozialer Hinsicht, die Orwell mit erstaunlichem Einfühlungsvermögen zu beschreiben versteht, welche die ungebrochene Bedeutung von 1984 ausmacht. Wenn Hannah Arendt in ihrem bahnbrechenden Standardwerk „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ sagt:„Totale Macht ist zu leisten und zu gewährleisten nur, wenn es auf nichts anderes mehr ankommt als auf absolut kontrollierbare Reaktionsbereitschaft, auf restlos aller Spontaneität beraubte Marionetten.“, dann erlaubt uns 1984 einen genauen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelten totalitär beherrschter Menschen. Im Handlungsablauf der Erzählung kann man jedoch auch die wunderbaren Momente miterleben, wenn im Schutz eines vermeintlich sicheren Verstecks, ein Mann und eine Frau zueinanderfinden, sich Freiräume erobern und ihre Liebe zu einem Symbol der Hoffnung wird.

„Wenn Sie ein Bild von der Zukunft haben wollen, stellen Sie sich einen Stiefel vor, der auf ein Gesicht tritt – Unaufhörlich!“

Inszenierung: Halbedl/Kropsch
mit: Amrei Baumgartl, Werner Halbedl, Alexander Kropsch, Rudi Widerhofer, Lukas Deutsch, Nicolas Galani, Ulla Kurikka
Assistenz: Sophie Trogbacher
Technik: Peter Spall


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