Vortrag

1920 - Zwischen Selbstverteidigung und Utopie


VHS Hernals

1170 Wien, Rötzergasse 15

Di., 06.10.2020

18:00 - 19:30
Corona-Virus: Ab 29. Mai sind Veranstaltungen bis 100 Personen wieder erlaubt. Ab 1. Juli bis 250 Personen, ab 1. August für 500 bis 1.000 Personen. Sicherheitsregeln gelten weiterhin.

Die jüdischen Arbeiterinnen der "Poale Zion". Die Stadt Wien war während des Ersten Weltkriegs und in den chaotischen Jahren danach Zufluchtsort vieler jüdischer Flüchtlinge aus Osteuropa. Hier angekommen waren sie einerseits zunehmenden antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt, andererseits galt die Stadt als "Tor zu Welt".
Das Jahr 1920 steht für jüdische Arbeiter
innen in Wien beispielhaft für ambivalente Perspektiven: Ausweisungsbestimmungen bedrohten viele von Abschiebung und eine Welle antisemitischer Aufmärsche versetzten die Gemeinde in Alarmbereitschaft. Gleichzeitig versprach die revolutionäre Situation - die antikapitalistische Rätebewegung griff nach der Macht - ein mögliches Ende des Antisemitismus.
Am Beispiel der Gruppe "Poale Zion" (Arbeiter Zions) wird ein Blick auf jene Wiener Jüdinnen und Juden geworfen, die sich in diesem "Nullerjahr" in einer Gleichzeitigkeit von utopischer Aufbruchstimmung und Abwehrkampf wiederfanden.