Diverses

16. Kunstsymposium - Fluchtpunkt Europa


In der Konstruktion von Perspektive versteht man unter einem Fluchtpunkt, jenen definierten Punkt, in dem Linien zusammenlaufen, die in Wirklichkeit parallelen Linien entsprechen.

Für das diesjährige Symposium schien uns diese Begriffsbildung des Fluchtpunktes, als Metapher für die gegenwärtige Situation in Europa sehr passend.

Vordergründig drängt sich die Auslegung des Begriffes im Zusammenhang mit der Migrationsflut, dem das geeinte Europa gerade ausgesetzt ist, buchstäblich auf. Menschen wählen in ihrer Not Europa als den möglichen „Fluchtpunkt“, verbunden mit der Hoffnung zu überleben und damit eine Perspektive in ihrem Leben zu konstruieren.

Aber auch eine Auslegung der Definition eines Fluchtpunktes auf ein Europa, das gerade einer Zerreißprobe ausgesetzt ist, scheint legitim.

So scheinen viele parallel verlaufende Problemlinien, seitens der Konstrukteure Europas, keinen gemeinsamen „Fluchtpunkt“ zu finden, um das Modell Europa in eine mögliche perspektivische Ausformung zu führen.

Massive Zuwanderung, die Schließung der Grenzen, der systematische Abbau von sozialstaatlichen Errungenschaften, bis hin zu den damit verbundenen Ängsten in den Gesellschaften, sowie einer drohenden Regression in die Nationalstaatlichkeiten, so lautet der Themenkomplex, welcher im Focus des diesjährigen 16. Symposiums vom „eu-art-network“ stehen wird. Künstler und Künstlerinnen aus Europa und aus den Auswanderungsländern werden sich ihm widmen.

Zusammengefasst werden diese künstlerischen Perspektiven zum zweiten Mal in einem „cahier d´art“, welches diesen Botschaften publizistischen Raum gibt, der die künstlerischen Intentionen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen weiterträgt – bis zu den politischen Entscheidungsträgern Europas.

Das „eu-art-network“ veranstaltet seit 2001 jährliche Symposien, Workshops und Projekte mit besonderer Berücksichtigung neuer Strömungen und Entwicklungen in der Kunst. Dabei geht es um die Förderung und Unterstützung von grenzüberschreitender Mobilität von im Kunst- und Kultursektor arbeitenden Menschen, sowie um die grenzüberschreitende Verbreitung von Kunstwerken und Erzeugnissen mit Focus auf zeitgenössischer Kunst. Mit dem „eu-art-network“ wurde eine interdisziplinäre Plattform der Kreativität, des Austauschs und der Begegnung geschaffen und ermöglicht, dass die Cselley Mühle in Oslip jährlich zum Atelier für österreichische Kulturschaffende und zur Begegnungsstätte mit Kolleginnen und Kollegen aus der Europäischen Union und darüber hinaus, wird.

Bisher wurden die Werke der Symposien u.a. in Bayreuth, Bratislava, Brüssel, Budapest, Essen (im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr 2010), Kaunas, Leipzig, Linz (im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt 2009), London, Luxemburg, Paris, Strassburg, Venedig, Wien und Zagreb präsentiert.

Durchführung:

Vorbereitung und Nachbereitung des 16. Kunstsymposium von „eu-art-network“ 2016 in der Cselley Mühle Oslip vom 25. August bis 4. September 2016, mit Künstlerinnen und Künstler aus Österreich in Zusammenarbeit mit der Künstlergruppe "c/o:K" und aus dem europäischen Raum u.a. Ungarn, Griechenland, Frankreich, Slowakei, Deutschland.... sowie KünstlerInnen aus den Auswanderungsländer wie z.B. Syrien und Irak

Ausgewählt werden die Künstlerinnen und Künstler unter Berücksichtigung des Genderaspekts durch die beiden Kuratoren Wolfgang Horwath („eu-art-network“) und Peter Assmann („c/o:K“).

Die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler werden in die Cselley Mühle Oslip eingeladen. Dabei werden sämtliche Aufenthalts- sowie Materialkosten vom „eu-art-network“ übernommen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wohnen in der Zeit des Symposiums in der Cselley Mühle Oslip, somit gibt es die permanente Möglichkeit zu intensivem Austausch, gemeinsamen Arbeiten und inhaltlicher Auseinandersetzung.

Am Ende der Arbeitsphase liegt das zweite Kunstheft „cahier d`art“ vor und eine Ausstellung mit den neu entstandenen Kunstwerken wird in den Räumlichkeiten der Cselley Mühle Oslip gestaltet.

Ein weiterer zentraler Punkt des Symposiums ist, dass die Bevölkerung die Möglichkeit hat, die Künstlerinnen und Künstler bei ihrer Arbeit zu erleben und über diese Begegnungen während der gesamten Symposiumsdauer ins Gespräch zu kommen.

Programmablauf Symposium:

Donnerstag, 25.08.: Anreise der Teilnehmer, Transfer nach Oslip, Eröffnung

Freitag, 26.08.: Beginn der Arbeitsphase

Samstag, 27.08.: Arbeitsphase

Sonntag, 28.08.: Offene Fenster, 14.00 – 18.00 Uhr

Montag, 29.08. bis Donnerstag, 02.09.: Arbeitsphase

Freitag, 02.09.: Vernissage – Schlusspräsentation 19.00 Uhr


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