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Fr, 25. Mai 2012
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Utopie Gesamtkunstwerk

Die erste Ausstellung im 21er Haus präsentiert einen aus zeitgenössischen Positionen gewonnenen neuen Blick auf die historische Idee des Gesamtkunstwerks und damit auch auf den Beginn der künstlerischen Moderne.
Mit dem künstlerischen Umbruch der Avantgarde nach 1918 tritt in der Kunst ein ganzheitliches Denken in Kraft, welches vor allem gesellschaftskritisch orientiert war. Genau an diese krisenhafte Zeit schließt die Ausstellung an, wenn sie Parallelen zum Heute vornimmt. Die politische Neuordnung nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, der 11. September und die zunehmende Ökonomisierung all unserer Gesellschaftsbereiche rufen Unsicherheit hervor und wirken sich auf gesellschaftliche Dynamiken aus. Der Wunsch nach einer lebenswerten Gesellschaft und die Frage, welche Lebensmodelle heute noch oder wieder möglich sind, stehen im Fokus künstlerischen Interesses.

Die Frage nach dem Gesamtkunstwerk und seiner Neuinterpretation kann dabei kunsthistorisch wie gesellschaftlich neue Impulse setzen. Wir stehen einer künstlerischen Praxis gegenüber, die mit Irritation, Dekonstruktion und Subversion arbeitet und sich auf die Avantgarde rückbesinnt. Der Begriff des Gesamtkunstwerkes bietet die Möglichkeit, uns anhand der künstlerischen Strategien zu orientieren, die eine offensive Interpretation oder Reflexion des Begriffs vornehmen.

In der Ausstellung sollen Entwicklungslinien der Kunst und ihrer unterschiedlichen Auseinandersetzungen mit dem Begriff des Gesamtkunstwerkes von den 60er Jahren bis heute aufgezeigt werden. War das Gesamtkunstwerk im Zuge der Aufarbeitung der historischen Ereignisse in den 60er/70er Jahren größtenteils abgelehnt worden, so erlebte es in Projekten, wie Szeemann‘s epochale Ausstellung „Hang zum Gesamtkunstwerk“ 1983, sowie Obrist, Tiravanija und Nesbit‘s Projekt „Utopia Station“ in 2000, eine erstaunliche Renaissance. Heute ist die künstlerische Interpretation des Begriffs fragmentierter, komplexer und aufregender denn je und verweist auf eine Geschichte, die noch längst nicht zu Ende erzählt ist.


Öffnungszeiten
Mittwoch bis Sonntag 10 bis 18 Uhr

Tickets
Erwachsene € 7,–
Senioren (über 60) € 5,50
Studenten (unter 27) € 5,50
Gruppen ab 10 Personen € 5,50
Kinder und Jugendliche (unter 19) frei
Wien-Karten-Besitzer € 5,50

http://tickets.belvedere.at/
www.21erhaus.at/de/events TARGET=_blank>http://www.21erhaus.at/de/events

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