In seiner beeindruckenden Trilogie Sobre algunos asuntos de família zeigt der Autor und Regisseur Jorge Hugo Marín mit seinem Ensemble La Maldita Vanidad aus Bogotá ein buntes, hyperrealistisches Bild der zeitgenössischen kolumbianischen Gesellschaft in ihrem Bemühen, die gewalttätige paramilitärische Vergangenheit und das Erbe der Drogenkartelle hinter sich zu lassen.
Kolumbien zählt zu den gewalttätigsten Ländern der Welt. Jahrzehntelang bekämpften sich Parteien bis aufs Messer, diskreditierten sich Regierende wie Guerilleros gleichermaßen durch Brutalität, Massaker und Drogenhandel. Kaum eine Familie ohne Opfer – und kaum ein Opfer, das nicht selbst zum Täter wurde. Durch Militärmacht und Siegerjustiz gilt Kolumbien aktuell als relativ befriedet. Das Ringen um eine neue Zivilgesellschaft hat begonnen. Vor diesem Hintergrund zeigt der Autor und Regisseur Jorge Hugo Marín mit seiner hochbegabten jungen Schauspieltruppe aus Bogota seine Trilogie Familienangelegenheiten: ein hyperrealistisches Panoptikum der kolumbianischen Gesellschaftsschichten quer durch die privaten Leben und Räume.
Stationendramen im und um das Palais Kabelwerk vom späten Nachmittag bis in die Nacht. Los autores materiales spielt in der Küche einer Studenten-WG, die ihren Vermieter umgebracht hat. El autor intelectual sieht das Publikum von draußen durch das Wohnzimmerfenster: Drei Geschwister und zwei Ehefrauen unterschiedlicher Mittelschichtprovenienz streiten, wer die Mutter pflegt. Como quieres que te quiera ist die turbulente Probe für die Geburtstagsfeier einer Fünfzehnjährigen aus der Oberschicht, deren Vater einsitzt: ein Drogenboss, der seiner Tochter Glückwunschkarten mit Todesdrohungen einhandelt. Die Trilogie geht allabendlich in eine kolumbianische Party über.
EUR 28,-