Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter der Leitung von Christian Vásquez entführt mit Manuel de Fallas "Suite Nr. 2" und Arturo Márquez' "Danzón Nr. 2" in die Welt der spanischen und lateinamerikanischen Rhythmen.
"El sombrero de tres picos" - "Der Dreispitz", Manuel de Fallas "Suite Nr. 2", ist einer der großen Ballettklassiker des beginnenden 20. Jahrhunderts. Die Musik balanciert raffiniert zwischen spanischer Folklore, modernster Orchestrierungstechnik und romantischem Sentiment.
Auch Arturo Márquez' Kompositionen sind geprägt von der Volksmusik seines Landes. "Danzón Nr. 2" wurde so etwas wie die zweite Nationalhymne Mexikos.
Das ORF RSO Wien unter dem Dirigenten Christian Vásquez geht im Verein mit "Presse"-Musikkritiker Wilhelm Sinkovicz dem kompositorischen Drahtseilakt auf den Grund. Nach der analytischen Detailarbeit sind die beiden Werke zur Gänze zu hören.
Das Radio-Symphonieorchester Wien ging 1969 aus dem Großen Orchester des Österreichischen Rundfunks hervor und profilierte sich seitdem als eines der vielseitigsten Orchester in Österreich. Seit der Gründung des RSO liegt der Schwerpunkt des Orchesters vor allem auf der Pflege der zeitgenössischen Musik. Unter seinen Chefdirigenten Milan Horvat, Leif Segerstam, Lothar Zagrosek, Pinchas Steinberg und Dennis Russell Davies erweiterte das RSO Wien kontinuierlich sein Repertoire von der Vorklassik bis zur Avantgarde. Seit dem 1. September 2002 ist Bertrand de Billy Chefdirigent des RSO Wien.
Neben eigenen Konzertreihen im Musikverein und dem Wiener Konzerthaus gibt es in dieser Saison anlässlich des Jubiläums 40 Jahre Ö1 auch einen Sonderzyklus in beiden Häusern unter dem Titel "Musikalische Brückenbauer".
Regelmäßig tritt das Orchester bei den großen Festivals im In- und Ausland auf, wobei eine besonders enge Bindung an die Salzburger Festspiele besteht. Die ausgedehnte Tourneetätigkeit des RSO Wien führte das Orchester zuletzt nach Japan, weiters in die USA, nach Südamerika
sowie in verschiedene europäische Länder. Zu den Gästen beim RSO zählten bislang so bekannte Künstler wie Leonard Bernstein, Ernest Bour, Andrew Davis, Christoph von Dohnanyi, Christoph Eschenbach, Michael Gielen, Hans Werner Henze, Ernst Krenek, Bruno Maderna, Krzysztof Penderecki, Wolfgang Sawallisch, Guiseppe Sinopoli, Hans Swarowsky und Jeffrey Tate.
Die Saison 2007/2008 bringt renommierte Gastdirigenten; u. a. Dmitrij Kitajenko, Kirill Petrenko, Yutaka Sado, Stefan Asbury, Martyn Brabbins und Simone Young.
Erstmalig zusammenarbeiten wird das Orchester mit Graeme Jenkins, Okko Kamu und Andris Nelsons. Ab der Saison 2009/10 wird der vielfach ausgezeichnete ungarische Komponist und Dirigent Peter Eötvös erster ständiger Gastdirigent.
In den letzten Jahren hat sich das RSO Wien mit Produktionen im Theater an der Wien auch als Opernorchester etabliert. Seit 2007 verbindet das Orchester mit dem Theater eine enge Kooperation.
Die umfangreiche Aufnahmetätigkeit des RSO Wien für den ORF und für CD-Produktionen umfasst Werke aller Genres, darunter viele Ersteinspielungen von Vertretern der klassischen österreichischen Moderne und österreichischer Zeitgenossen. Unter der Leitung von Bertrand de Billy fügte das Orchester zu seiner reichen Diskographie interessante Super Audio CD-Produktionen mit Werken von George Gershwin, Maurice Ravel, Richard Wagner und Ludwig van Beethoven hinzu. Weiters entstand eine Gesamtaufnahme der 9 Symphonien von Egon Wellesz, Orchestermusik von Josef Matthias Hauer und Ersteinspielungen der Musik von
Erich Zeisl. Mit dem Label col legno wurde 2006 eine neue Kooperation eingegangen. Erstes Produkt der Reihe "contemporary RSO Wien" ist Friedrich Cerhas "Fasce" und sein Violinkonzert mit Ernst Kovacic