Etwa fünf Kilometer von Melk entfernt, liegt eines der schönsten Renaissanceschlösser nördlich
der Alpen.
Der aus dem 16. Jahrhundert stammende, zweigeschossige, terrakottengeschmückte
Arkadengang, die romanische Wohnburg, die gotische Kapelle und die manieristische
Gartenanlage bieten dem Besucher einen unvergeßlichen Eindruck. Das aus 1600 Einzelstücken
zusammengesetzte Terrakottenmosaik ergibt eine lebendige Szenerie von Fabelwesen,
mythologischen Figuren, Göttern, Masken und Fratzen.
Auf besonders großes Interesse stoßen
die jährlich wechselnden kulturgeschichtlichen und archäologischen Ausstellungen, die von Mai bis
Anfang November jedes Jahres täglich geöffnet sind. Die Schallaburg hat aber auch technisch
ausgerüstete Räume für Betriebsfeiern, Tagungen, etc.
Das Schlossrestaurant bietet Platz für 180
Personen.
Italienische Renaissance zwischen Voralpenland und Donaustrand: die Schallaburg
war ein Zentrum des Protestantismus südlich der Donau und ist der Rahmen für große
Ausstellungen des Landes Niederösterreich.
Als Erbauer des ältesten Teiles der Schallaburg gilt ein Schwiegersohn des
Babenbergerherzogs Leopold II.: das sogenannte „Feste Haus“ mit fünf Geschossen und
dem großen Rittersaal (heute eine gesicherte Ruine) geht auf diesen Grafen namens
Sighard von Schalla, gestorben 1142, zurück. Mit seinem Tod starb das Geschlecht aus.
Ebenso wie vom „Festen haus“, sind auch von der romanischem Schlosskapelle nur mehr
Teile erhalten: Teile der Außenmauer, die Krypta und zwei Fenster aus dem gotischen
Umbau.
Die Burg fiel an die Landesherren, die sie als Lehen an verdienstvolle Geschlechter, darunter
die Zelkinger, vergaben. Nach verwirrenden Besitzverhältnissen erbte um 1450 das alte
Ministerialengeschlecht der Losensteiner den Besitz. Christoph Losenstein begann mit dem
Neubau des dreiflügeligen Renaissanceschlosses, starb jedoch 1558, ehe der Bau fertig
gestellt war. Sein Sohn Hans Wilhelm vollendete das große Werk und wird auch als geistiger
Vater des berühmten Arkadenhofs mit den Terrakotten bezeichnet.
Von 1572 - 1600 wurde neben dem weitläufigen
Turnierhof der Große Arkadenhof errichtet. An zwei Seiten des Hofes befinden sich
zweigeschossige Laubengänge mit reichem, aus etwa 1600 Einzelteilen bestehendem
Terrakottaschmuck. Männliche und weibliche Hermenpilaster, reicher bildnerischer
Renaissance-Schmuck, zahlreiche Wappen in gemalter wie plastischer Form ergeben eine
lebendige Szenerie von Fabelwesen, mythologischen Szenen, Göttern, Masken und Fratzen.
Diese ikonographische Mischung allerdings ergibt eine Ordnung: die antiken Helden dienen
als Vorbilder der Losenstein`schen Familie, gestützt durch die Allegorie der freien Künste,
der Tugenden und der Wissenschaft. Die Terrakottareliefs und –skulpturen stammen vom
Halleiner Hafnermeister Jakob Bernecker. Der Arkadengang diente zur Repräsentation. Hier
wurden Gäste empfangen, sowie er der Rahmen für künstlerische Darbietungen war.
Der Hochturm, der die Schallaburg von weitem ankündigt, hatte nie eine Wehrfunktion inne,
sondern diente als Machtsymbol. Darunter ist die Kapelle in der in einem Hochgrab Wilhelm
von Losenstein begraben liegt.
Nach dem Tod von Wilhelm von Losenstein im Jahre 1601 ging der verschuldete Besitz bald
an die steirischen Stubenberger, denen mehrere Schlossherren folgten. Ab der Mitte des 18.
Jahrhunderts war die Schallaburg bis 1940 im Eigentum der Freiherren von Tinti. Die
russische Einquartierung nach dem Zweiten Weltkrieg hinterließ ihre Spuren, und auch in
den folgenden Jahren verfiel das Schloss zusehends. 1968, nun im Besitz des Landes
Niederösterreich, wurde mit Sanierungsarbeiten begonnen, durch die die historisch und
kunsthistorisch bedeutende Schallaburg der Nachwelt erhalten werden konnte.
Eintrittspreise
Erwachsene € 9
Gruppen ab 20 Personen: € 8
Schüler € 3,50
Senioren, Studenten bis 26 Jahre, Präsenz- und Zivildiener,
Behinderte mit Ausweis: € 8
Familienkarte € 18
NÖ/OÖ/Steir. Familienpassinhaber € 16
Führungskarten: € 2,50