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Mi, 23. Mai 2012
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Kokoschka sucht einen Rahmen

Die Ergebnisse eines Designprojekts des Belvedere in Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien sind ab 1. Februar in der Orangerie des Unteren Belvedere zu sehen.
Einige Werke aus der Sammlung der Zwischenkriegszeit bzw. des 20. Jahrhunderts benötigen einen neuen Rahmen, so auch das Gemälde Dr. Bassa’s Magische Form (1951) von Oskar Kokoschka. Diese Notwendigkeit förderte die Idee zu Tage, einen „Belvedere-Rahmen“ zu kreieren. In Zusammenarbeit mit den Studenten der Industrial Design Klasse von Paolo Piva wird seit drei Semestern an diesem Projekt gearbeitet.

Im Februar ist es dann soweit: In der Orangerie des Unteren Belvedere werden die innovativen Projekte präsentiert. Durch eine internationale Jury wird ein Prototyp zum Sieger gekürt und in weiterer Folge zum rahmenden „Markenzeichen“ für die genannte Sammlung werden.

In der Ausstellung werden sowohl der Entwicklungsprozess als auch Prototypen der Bilderrahmen präsentiert. Darüber hinaus können 27 Werke aus der Sammlung des 20. Jahrhunderts mit den neu entworfenen Rahmen begutachtet werden. Die Studierenden hatten die Möglichkeit, sich vertiefend mit den unterschiedlichen Kunstwerken auseinanderzusetzen und die Wirkung und Anwendbarkeit ihrer Rahmen zu überprüfen. Die interessanten und großteils unbekannten Arbeiten von u. a. Joannis Avramidis, Hans Fronius, Franz von Zülow, Alfons Walde und Adolf Frohner, die derzeit nicht in der Schausammlung im Oberen Belvedere zu sehen sind, werden dem Besucher nun mit innovativer Rahmung präsentiert.

Vertretene Künstler: Joannis Avramidis, Hubert Berchtold, Werner Berg, Arnold Clementschitsch, Josef Dobrowsky, Burhan Doğançay, Georg Ehrlich, Adolf Frohner, Hans Fronius, Josef Gabler, Walter Gamerith, Gottfried Goebel, Felix Albrecht Harta, Rudolf Hoflehner, Günther Kraus, Wilhelm Victor Krausz, Karl Kreuzberger, Franz Lerch, Claus Pack, Francisco Pons-Arnau, Ernestine Rotter-Peters, Johanna Schidlo-Riedl, Alfons Walde, Kurt Weber, Franz Wiegele und Franz von Zülow.

Das Siegerprojekt wird von einer Fachjury ausgewählt und am 20. Februar prämiert. Das Gemälde Dr. Bassa’s Magische Form von Oskar Kokoschka wird an diesem Abend im neuen „Belvedere- Rahmen“ präsentiert. Jurymitglieder: Agnes Husslein-Arco (Belvedere-Direktorin), Bettina Urban (Restauratorin, Belvedere), Patrick Werkner (Leiter Sammlung und Archiv, Universität für angewandte Kunst Wien), Gerhard Wohlleb (Rahmenmacher) und Thomas Feichtner (Produkt- und Grafikdesigner)

Ergänzend thematisiert die Sonderpräsentation anhand von historischen Rahmenlösungen aus der Sammlung des Belvedere den Variantenreichtum und die unterschiedlichen Wirkungen von Rahmen: u. a. ein aufwändiges mehrteiliges Rahmensystem, dessen Einsatz im Mittelalter üblich war; den sogenannten „Haberditzl-Rahmen“, den der ehemalige Belvedere-Direktor Franz Martin Haberditzl als Sammlungsrahmen anfertigen ließ; einen neuzeitlichen Rahmen für eine Papierarbeit von Caspar David Friedrich sowie einen von Franz von Matsch entworfenen Jugendstilrahmen. Von der Moderne an wurden Rahmen und Gemälde mehr und mehr als Ganzheit verstanden. Damit trat die Geschichte des Bilderrahmens in eine neue Epoche ein, die mit der zunehmenden Abstraktion des Bildmotivs zu einer „Rahmenflucht“ führte. Im Abstrakten Expressionismus kam es zur Sprengung sämtlicher Raumgrenzen, was die Rahmung von Werken obsolet machte.

Moderne Beispiele von mehr oder weniger rahmenlosen Werken sind durch Arbeiten von Johann Fruhmann, Franz Grabmayr oder Gudrun Kampl vertreten. Weitere interessante Rahmen aus verschiedenen Epochen sind in der Schausammlung des Oberen Belvedere zu sehen.

Ein Designprojekt des Belvedere in Kooperation mit der Universität für Angewandte Kunst.

http://www.belvedere.at/de/ausstellungen/ausstellungsvorschau/kokoschka-sucht-einen-rahmen-e11316
Orangerie
Täglich 10 bis 18 Uhr
Mittwoch 10 bis 21 Uhr

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