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Sa, 25. Mai 2013
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Der Himmel mein Lieb meine sterbende Beute

KRITIK [Aufführung im Rabenhof]

Das Leben ein Schlachtfeld ¿ die Bühne genauso: Werner Schwab hat sich, wie kaum ein Zweiter, dieses Krisengebiet zum Katastrophenschauplatz seiner Stücke gewählt und hetzt seine Menschen (oder sagen wir besser ¿Schleimfiguren¿: Spottgeburten aus Dreck und Groll-Feuer) unerbittlich aufeinander; es kann nur Verlierer geben.
Der Rabenhof hingegen versteht es, wie kaum eine zweite Bühne, diesen schwierigen Werken vollkommen gerecht zu werden: schon das Bühnenbild konfrontiert uns mit dem Wohnküchenmief, in dem die Wurm´schen samt Anhang vegitieren. Kein Wunder, dass sich in diesem mit brauner Blümchentapete ausgekleideten Alptraum giftige Dämpfe entwickeln, die aus den Menschen blutrünstige Bestien machen.
Der klumpfüßige (Ödipus läßt grüßen) Wurm, ein armes Würmchen, das ihm zwischen den Beinen als malträtiertes Geschlecht herunterhängt, wütet wie ein Berserker in einem aussichtslosen Existenzkampf um Anerkennung als Künstler. Dabei verkörpern seine Mama, eine ausgemergelte Pensionistin (so schreibt es das Personenverzeichnis vor, und Elisabeth Prohaska könnte direkt aus Schwabs Kopf entsprungen sein), und die dralle Anna (Liese Lyon in strotzender Fülle) auf der einen Seite das profane Leben -- der Galerist Dingo (Karl Menrad als aalglatter Yuppie) auf der andern die blanke Kunstausbeutung. Roswitha Soukup beschleunigt als blasierte Mäzenin den Zerfallprozess und die drei treulosen Malergehilfen prügeln und klecksen zwar munter drauf los, können aber Wurms unseliges Ende auch nicht aufhalten.
Nach all den Verwüstungsorgien und Massakrierungsversuchen, findet das Stück einen erstaunlich stillen und berührenden Ausklang, in dem die Grausamkeit des Menschenlebens in schlicht Worte gekleidet wird.
Das alles hat noch eine spezielle Nachwirkung, denn dem Programmheft liegt ein Blumengutschein bei: wer an den Lebenden Bilden Gefallen gefunden hat, wird wohl im nächsten Laden Sonnenblumen kaufen, um daheim ein wenig Van Gogh zu spielen.

franco schedl

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Tipp:
Wien:
Cirque EOLOH! entführt das Publikum für einen kurzen unentbehrlichen und atemberaubenden Moment im Leben zu einer Reise im Wind. Mutig, manchmal frech, ein Wirbelwind an Überraschungen, Emotionen und Lachen.

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