Review: Nestroy´n´Wipeout
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Der Andrang zur Eröffnung der neuen Spielstätte Alte Werft Korneuburg war groß. Auf dem Programm stand die musikalische Neu-Interpretation von Nestroys Werken durch die Performance-Band Wipeout. Zu diesem Anlass versammelten sich die Festivalgäste, unter denen sich auch bemerkenswert junges und buntes Publikum befand, in einem alten Backsteinbau am Werftgelände.
Zaghaft füllte sich der Saal, zuerst die hinteren Sitzränge, dann etwas verzögernd auch die Stehplätze direkt an der Bühne. Das Publikum war noch etwas unsicher, ob denn nun Theater oder Konzert auf dem Programm stehe. Kurz nach 20 Uhr war es soweit, Wolfgang Dorninger, Dieter Kern und Dietmar Bruckmayr betraten im Matrosenoutfit mit Käppchen die Bühne und stellten sich als die drei Kadetten aus Linz vor. Dorninger und Kern gingen zielstrebig ans Werk und mit Bruckmayr war dann auch sogleich Leben auf der Bühne. ¿Ich bin ein Talent. Ich geh zum Theater. Ich spiele sogleich den Hamlet, denn ich bin ein Genie... Ich bin ein Genie, ich geh dann in die Politik, als sogenannter Quereinsteiger. Und heute sagen sie zu mir, hau ab, du bornierte Befehlerfüllungsmaschine, ihr Vernaderer, ihr Vernaderer.¿ Beeindruckend wie frisch und zeitgemäß sich Nestroys Texte herausstellen. Nichtsdestotrotz arbeitete Bruckmayr die Zitate auf und kommentierte sie. Ähnlichkeiten zu lebenden Personen können nicht vermieden werden! Sprechgesang, sprunghafter Wechsel von hohen zu tiefen Tönen und umgekehrt, elektronischer Klangteppich und dazu die verstörende Mimik und Performance von Bruckmayr ließen das Publikum anfangs etwas zurückhaltend agieren. War aber die erste Phase der Verwirrung erst mal überwunden, wurde getanzt und es gab den wohlverdienten Applaus. Wipeout haben bewiesen, dass man Nestroy immer wieder neu erfahren und neu kennen lernen kann. Die musikalische Unterlegung der Texte ist gelungen und Bruckmays Performance verstörte wie eh und je und begeisterte zugleich.
Vielleicht haben sich einige Konzertbesucher mehr Nestroy und weniger Wipeout gewünscht. Denen sei aber gesagt: Im Gedenkjahr des Theaterdichters besteht noch reichlich Gelegenheit traditionelle Aufführungen zu besuchen. Kurzum eine gelungene Eröffnung der neuen Spielstätte und gleichzeitig ein mutiger und aufregender Abend, der den neu eingeschlagenen Weg des NÖ Donaufestivals deutlich aufzeigt. Weiter so! (Daniela Rosenberger) daro Tipp:
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