Domestizierte Landschaften, kontrollierte Territorien und regulierte Naturkräfte in der bildenden Kunst.
In unserer zeitgenössischen Welt muss davon ausgegangen werden, dass das, was man konventioneller weise als Natur, Wildnis und Landschaft bezeichnet, bis in die am schwersten zugänglichen Gebiete vermessen, kartographiert, verwaltet, kontrolliert und reguliert wird. Der Mensch dringt mit allen erdenklichen Mitteln in scheinbar unberührte Wildnis vor um Territorien zu besetzen, Ressourcen zu erschließen und Naturgewalten zu kontrollieren.
Das religiös motivierte Dogma des "Macht Euch die Erde untertan" bewirkt, dass jeder Mensch (mit entsprechendem Wohlstand ausgestattet) beinahe überall hin kann und darf, und ausgerüstet mit genauestem Kartenmaterial, modernster Bekleidung, GPS und Mobilfunk die abgesicherten Koordinatensysteme urbaner Denkungsweise dabei kaum verlassen muss, gleichzeitig im Sinne modischen Verhaltens als "cool" gilt, wenn er diese Räume bereist, durchwandert, beklettert oder wie auch immer im Sinne kultureller Denkungsweisen "erobert". Die Unterscheidung zwischen kultivierten, leicht konsumierbaren Lebensräumen und unberührter Natur scheint zu verschwimmen. Die Grenzziehung zwischen dem, was als Wildnis bezeichnet wird und dem, was als Spielwiese menschlicher Selbstverwirklichung eigentlich weit davon entfernt ist, scheint willkürlich zu sein und auf medialen Konventionen zu beruhen und bietet somit Spielraum für medial evozierte Klischees.
Gleichzeitig lässt sich der zeitgenössische Naturbegriff ohne Phänomene wie Klimawandel, Umweltverschmutzung, Ressourcenknappheit, Ausbeutung und Konsum nicht mehr begreifen. In diesem Sinne lässt sich Natur endgültig nicht mehr als vom Menschen losgelöste Entität begreifen, sondern als Grundbedingung kulturellen Seins.
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag 10:00 - 18:00 Uhr,
Sonntag 10:00 - 16:00 Uhr, für Gruppen auch nach Vereinbarung
Landschaftsräume werden vereinnahmt, besetzt, verwaltet, reguliert, remodelt, kontrolliert und domestiziert.
Eintritt: 4.- / Studierende bis zum vollendeten 27. Lebensjahr 3.-, unter 19 Jahren ist der Eintritt frei.