Unverhofft findet sich eine
Gruppe von Leuten (die sich per
Internet oder Handy verabredet haben),
taucht unerwartet an einem belebten
öffentlichen Ort auf, führt möglichst
synchron eine bestimmte ästhetische
Handlung aus und zerstreut sich
partisanenartig schnell wieder.
Was ist Flashmob? Der Versuch einer
Definition könnte folgendermaßen
lauten: Unverhofft findet sich eine
Gruppe von Leuten (die sich per
Internet oder Handy verabredet haben),
taucht unerwartet an einem belebten
öffentlichen Ort auf, führt möglichst
synchron eine bestimmte ästhetische
Handlung aus und zerstreut sich
partisanenartig schnell wieder.
Der Siegeszug des Flashmob brachte gleichzeitig eine Trivialisierung mit sich: Vielerlei wird so
bezeichnet: redundante Werbeveranstaltungen ebenso wie immer gleiche Chorustänze. Interessante
Choreographien sind immer schwerer zu finden, was vor etwa 10 Jahren spannend war, wurde mehr
und mehr verwässert. Bereits das gemeinsame Turnen des Seniorenclubs wurde schon als
Flashmob bezeichnet. Jedenfalls sind ohne Kommunikationsmedien und (innovative)
Was ist sonst darüber zu sagen? Niemand wartet mehr auf die Erlaubnis der Institutionen, um sich
öffentlich zu äußern
. Das wäre eine Parallele zur Fluxuskunst, die ebenfalls mit Auftritten im
öffentlichen Raum und mit Handlungsanweisungen arbeitete. Selbstermächtigung scheint der
Begriff der Stunde: Man könnte das Phänomen Flashmob als Einübung der Willensäußerung
verstehen.
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