Einer Frischzellenkur hat sich die traditionsreiche Kabarett-Gruppe „Die
Grazbürsten“ unterzogen. Christian Barboric, Starmania-Fans aus der Staffel
im Jahr 2009 gut bekannt, macht bei ihr seine ersten Gehversuche auf der
Kabarett-Bühne.
Nicht nur ein neues Programm, sondern auch neue Gesichter bringen die
traditionsreichen „Grazbürsten“ in ihrer 28. Saison auf die Kabarettbühne. Ab sofort bringt
der 30 Jahre alte Christian Barboric frischen Schwung in die erfolgreiche Truppe. Barboric
mag zwar für Kabarettfreunde ein Neuling sein, für Fans der ORF-Castingshow Starmania ist
er aber schon ein alter Bekannter: Im Jahr 2009 belegte er dort den sechsten Platz. Für
Aufsehen sorgte außerdem, dass es auch seine Freundin Maria in die Show schaffte – und
die beiden so als Starmania-Pärchen vermarktet wurden.
Sprechtechnik, Bühnenpräsenz, Choreografie – das beim ORF Gelernte kann der junge
Grazer nun gut einsetzen. Aber er bringt auch andere Erfahrungen sozusagen als
Einstandsgeschenk mit zu den Grazbürsten. In Form der Nummer „Shootingstar“, von
Barboric selbst geschrieben und gespielt, zeigt er auf heitere wie auch harte Art und Weise
auf, wie das Showgeschäft mit den Jungtalenten läuft: „...allein was bleibt vom Casting-
Königstum, sind nur ein paar Minuten Ruhm. Wo war da die große Chance? Wo blieben
Ruhm und Geld? Wen kümmert’s, wenn ein Shooting Star zur Erde fällt und dort
zerschellt?!!“
Neben Barboric, der Daniel Neuhauser nach dessen Ausscheiden aus der Truppe ersetzt,
gibt es noch ein zweites neues Gesicht im Grazbürsten-Ensemble: Carola Gartlgruber folgt
Petra Huber nach, die nach zehn Jahren Grazbürsten neue Wege einschlagen wird.
Urgestein Franz Gollner blieb der Truppe selbstverständlich erhalten, ebenso Franz Friedrich
und Andrea Schramek sowie am Klavier Gerhard Wanker.
Neu ist freilich auch das Programm, mit dem die Grazbürsten nun in ihre schon 28. Saison
gehen. „Zeit im Biss“ präsentiert 22 Nummern, in denen Politik und Gesellschaft, Wirtschaft
und Wissenschaft, Zeit und Zeitgeist sowie Trends und Traditionen auf dem Prüfstand stehen
– und nicht wirklich bestehen können. Beim „durchbürsten“ der Themen zeigt sich nämlich
schnell, wo der Stoff, aus dem so mancher Traum ist, ziemlich fadenscheinig ist. „Morsches
Haus“ zeigt Zusammenhänge zwischen dem Zustand des Parlamentsgebäudes und der
darin betrieben Politik auf. „Gerontensafari“ nimmt unser Sozialsystem auf’s Korn,
„Sitzenbleiber für Aufsteiger“ zeichnet die Auswirkungen der Bildungsreformen vor.
„Entlugnert Österreich“ ist eine Abrechnung mit der Mediengesellschaft, die immer mehr
„verschillert“.