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Mi, 16. Mai 2012
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Axl Leskoschek - Maler, Illustrator und Journalist (1899-1976)

Trotz seiner Bedeutung als Illustrator und eines umfangreichen Werkes an Ölbildern und Aquarellen wurden ihm erst 1971 in der Neuen Galerie in Graz und 1974 in der Wiener Albertina Einzelausstellungen ermöglicht. Heute gilt er als einer der Hauptvertreter der sozial engagierten Kunst in Österreich und der steirischen Kunst des 20. Jahrhunderts.
Axl Leskoschek (geb. Graz 1889, gest. Wien 1976) war der Sohn eines Feldmarschallleutnants und promovierter Jurist. Die Schrecken des Ersten Weltkrieges und der moralische Bankrott der Monarchie bewogen ihn zum Bruch mit der Familientradition und der geplanten Justizkarriere. Schon während des Krieges hatte er gezeichnet, ab 1919 studierte er Malerei und Grafik. Bald kamen erste künstlerische Erfolge, vor allem mit Buchillustrationen, die später seine existenzielle Basis werden sollten. 1919 wurde er Gründungsmitglied von „Freiland“, vier Jahre später der „Sezession Graz.“ Als Kulturredakteur beim „Arbeiterwillen“, der Tageszeitung der steirischen Sozialdemokraten, sowie als Mitglied des Schutzbundes beteiligte er sich am Arbeiteraufstand im Februar 1934. Während seiner Haft 1936/37 im Anhaltelager Wöllersdorf malte er eine umfangreiche Serie allegorischer Blätter in expressiv-surrealem Stil, die zu den bedeutendsten Manifestationen widerständiger Kunst in Österreich zählen.

1938 flüchtete Axl Leskoschek vor den Nationalsozialisten in die Schweiz. Weil er unter einem Pseudonym seinen publizistischen Kampf gegen den NS-Staat weiterführte, war er von der Abschiebung bedroht und ging 1940 ins Exil nach Brasilien. Hier sollte er mit sozialkritischen Pochoirs (Schablonenkunst) und Buchillustrationen bekannt werden. Als Professor einer Kunstschule leistete Leskoschek einen bis heute unvergessenen Beitrag zur Entwicklung der modernen Grafik in Brasilien.

1947 kehrte er auf Einladung Viktor Matejkas nach Österreich zurück. Eine Professur an der Wiener Akademie, die ihm in Aussicht gestellt worden war, erhielt er nicht. In der Zeit des Kalten Krieges hegte er als Kunstkritiker einer kommunistischen Tageszeitung in Wien Sympathien für den Realismus, was ihn in eine Gegenposition zu den avantgardistischen Strömungen der österreichischen Kunst nach dem Krieg brachte. Sein Realismus entsprach aber auch nicht den Forderungen des Sozialistischen Realismus. Lange wurde sein Werk offiziell kaum beachtet, erst mit seinem Odysseus- und dem Kain-Zyklus erlangte er durch internationale Ausstellungen in den 60er-Jahren eine gewisse Bekanntheit als Vertreter politisch engagierter Kunst.

Trotz seiner Bedeutung als Illustrator und eines umfangreichen Werkes an Ölbildern und Aquarellen wurden ihm erst 1971 in der Neuen Galerie in Graz und 1974 in der Wiener Albertina Einzelausstellungen ermöglicht. Heute gilt er als einer der Hauptvertreter der sozial engagierten Kunst in Österreich und der steirischen Kunst des 20. Jahrhunderts.

Zur Ausstellung erscheint eine Monografie mit einer kunsthistorischen Würdigung, einer umfangreichen Biografie und einem „best of“ aus seinen Bildern auf 120 Tafeln. Hg. Günter Eisenhut, mit Texten von Günther Holler-Schuster und Mitarbeit von Martin Behr.Auflage 50 Exemplare, 10 Exemplare erscheinen als Vorzugsausgabe mit einem kolorierten Original-Holzschnitt aus dem Zyklus „Phantastische Landschaften 1921“.

Begrüßung: Peter Bogner, Direktor des Künstlerhauses
Zur Ausstellung: Günter Eisenhut, Kurator
Eröffnung: Kurt Flecker, steirischer Landesrat für Kultur a. D. _________________
Tipp:
Wien:
Die Ausstellung stellt Fragen nach den politischen Visionen und Erfolgen der BesetzerInnen verschiedener Generationen und ihres Anspruchs auf eine andere Stadt.

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